Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

768 ,///. antworte Jchlußbemerhnngcn. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
(lat. nae!) ilt beachtenswerth, inan könnte zu viu und 
ov das goth. rid und jdi ballen, nur da 11 lieh die bedeu- 
tung umkehrt. Jenes helf. ä — na, jehwäb. et — net, 
und die verfchiedentlich. hervorbrechende gleicligültigkeit 
des negativen und poßtiven ausdrucks liinzugenommen, 
Ich eint lieb eine tiefer begründete ideiilität der vernei 
nenden und bejahenden partikel zu ergeben, die ich 
ablicht]ich nicht weiter ausführen will. 
& die romanifchen fprachen bejahen mit fi!, das aus 
dein lat. hc entfprungen ifl. In der provenz. und franz. 
erfcheint jedoch diefes li feltner als ein anderes be- 
jahungswort, welches ich aus ihrer näheren berührung 
mit der deutfehen fprache ableiten mochte. Nämlich 
die provenz. form lautete oc, die allfranz. o, welchem 
aber das pronomen der dritten perfon il aitgehängt zu 
werden pflegte: 01L Diefer unterfchied war im mit- 
telalter l’o aulfallend, daß man danach das füdliche 
Frankreich (mit Catalonien) Ictnguedoc, das nördliche 
languecloil benannte*). Oil ilt nun genau gebildet 
wie unter mild, jd er (f. 765), die Verneinung nenil 
wie unter inhd. nein er; mit dem unterlchied, daß oft 
und nenil völlig abftract und auch für die fälle unteres 
ja fi, nein fi, ja ich, ja du gebraucht wurden. Aus 
dem oil entwickelte lieh das neufranz. oui, nenil aber 
wich alimälich der partikel non. Auch dem provenz. 
oc fcheint, gleich dem oil, die einfache form o zum 
grund liegen und c ein hinzugelrelnes fuflix. Ließe 
lieh annehmen, daß o aus dem deutfehen jd enl- 
fpringe **), fo dürfte man vielleicht weiter gehen und 
in dem -c das pronomen der eilten perfon erblicken, 
oc _ j] l t > das dann wiederum wie oil abftract für 
die übrigen fälle mit verwendet würde. Die provenz. 
Verneinung lautet nur no, nicht noc, Diefe deutung 
des oc ift noch nicht ganz befriedigend, aber die bisher 
verbuchte aus dem lat. hoc völlig unltatlhaft. 
€• Schließlich eine bemerkung über die aus den par- 
tikeln der bejahung und Verneinung gebildeten verba. 
Das goth. afäikan bedeutet abfagen, leugnen und hängt 
mit der partikel jäi nicht zufammen, noch weniger das 
ahd. jehan mit unferm nhd. bejahen. 
Diez poetle der troubadours p. 9. 
anlautendes j verfchwindet auch fonft? vgl. ahd. jär> joh 
mit altn. ar, ok.
        

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