Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

III. antwort. 'verneinende. 
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© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
man Tellen das einfache ja! zu hören bekommt. 
INnJ. wel jä! oder bloß weil Ähnlichen linn gibt die 
zufügung von freilich (cerle): ja freilich! oder bloß: 
freilich! freilich wohl! fchweiz. fr Ui wohl! Ölir. ai 
frali wohl! Dan. jo vifi! vift! (gewis), womit das 
ahd. cawifjo! (etiam) zu vergleichen (f. 273;. 
3. Mehr auf die eigentliche bejahung bezieht lieh das 
der parlikel hinzugel'etzle perfönliche pronomen, mit 
oder ohne verbum. Aus der goth., ahd. und agl. Jprache *) 
kenne ich noch kein beifpiel diefes gebrauchs, der im 
t2* 13 jh. überall erfcheint. ja ich! Iw. 4211 > ja du! 
En. 9631; ja er! ja ft! ja e%! jd wir! jd ir! 
ja Ji! Und gleich häufig mal. ja ik! jai! ~ ja hi 
(11 uyd. op. St. 2, 520); jas ZI ja III (ib. 2,520); jaet 
(: quaet) Rein. 2687. ja wi! (ib. 3,116). Die beglei- 
tung des verbi belegt gr. liuod. D, 8.* jd i% isl Die 
analogie des verneinenden ahd. nein ih, nein ir läßt 
jedoch vermulhen, daß auch, wenigltens bei N., ein 
bejahendes jd ih, jd ir Vorkommen könne. Und noch 
im Siinplic. i, 8. ein ja ich ! 
13. Verneinung. 
1. Die partikel lautet goth. nd Matth. 5,37. Joh. 
7, 12, womit das altn. nei, fchwed. dän. nej, voju 
genauen vocaJlaut abgeTehn, noch zujueilt überein trifft. 
Abweichender aber iit Towohl das agf. nd, engl, a/o, als 
das ahd. mhd. nhd. nein, allf. nen, mnl. nnl. neri. 
Nämlich nd entlpricht dem goth. niäiv und bedeu 
tet eigentlich nunquam (f. 72l) und wie lieh ahd. 
nio, nie in niowilit, nieht, agf. na in nävht ein- 
gedrängt hat, fcheint es auch für die antwortende Ver 
neinung im agf. dialect aufgekommen zu fein. Das ahd. 
nein (T- 72,5- 236,2. N. 13th. 73. 147) hingegen iß 
aus ni ein zufammengefetzt (f. 746), wie das lat. non 
aus neunum, ohne jedoch, gleich diefem letztem, die 
Helle der einfachen negation vertreten zu können. Daß 
aber die begriffe der einfachen negation und der ant 
wortenden nah aneinander fioßen, folgt daraus, daß 
zuweilen auch niht die bedeutung von nein hat, z. b. 
Iw. 6244 und: nü jd, nü niht Barl. 115, 28**)- Seltfain 
ilt neine in einer überhaupt dunkeln zeile MS. 2, l67 b . 
*) man darf im agl. gele nicht aus fe ZI der deuten; die 
analogie des mhd. jä er, mnl. ja hi forderte ein agf. ge hei 
vgl. MS, i) 8Qh nein u. niht da^ viude ich da.
        

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