Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

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III. antwort. bejahende. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
rogativpronomens ift nhd. keine eigentliche fragparlikel 
übrig. Viel mehr fällt aber auf, daß iie fchon in den 
inlid. gediclilen fehlen. 
ß. der nahe zuiäinmenhang der frage mit der nega- 
tion ift in der natur der frage begründet, und in den 
formen nachgewiefen worden. N erfcheinl als characte- 
riftifcher buchftab der Verneinung wie der meilten frag- 
partikeln. Vielleicht läßt lieh aus diefer berührung 
noch eins und das andere in unferer fprache erklären. 
So mag z. b. die verftärkung der frage: was zum teu- 
fel? (franz. que diable?) denfelben grund haben mit 
dein gebrauch diefes fubft. bei der negation (f. 734). 
Das reicht fchon ins XII. jh. hinauf: wa% tiufels min- 
net er an dem man? En. 11247« 
y. auch in den fragwörlern der iiul. und lat. fprache 
herlcht die liquida N. Das gr. ov habe ich verfucht 
aus dem fragwort zu erklären, und bemerke hier noch, 
daß die fanfkr. und lat. fragparlikeln das K und den 
kurzen vocal der einfachen negation, nicht das M und 
den langen vocal der prohibitiven an lieh tragen, folg 
lich das unprohibitive gr. ov auf gleiche weife lieh zur 
frage eignet. 
Den flav. Iprachen ift ein enclilifches fragfuffix Ai ? 
eigen, welches mit der parlikel Ui (oder) nahverwandt 
ich eint; vgl. Dobr. inftitt. 445. 446. Linde 2, 1263* 
Vuk ferb. grainin. 102. ’vvb. 367. 
II. Antwort. 
Hier handelt es ficli nicht um die antwort auf ob- 
jective fragen, wofür es keine befondern partikeln gibt, 
fondern bloß um die an wort, welche auf fubjective 
fragen folgt. Diele kann nun entweder bejahen oder 
verneinen. Eine verneinende antwort muß ftets durch 
eine verneinende parlikel, oder wenigftens in begleitung 
einer folchen gefchehen. Bejaht werden kann dagegen 
mit oder ohne partikel. 
A. Bejahung. Sie ergeht auf dreierlei weife, ent 
weder durch bloße Wiederholung des in der frage aus 
gedrückten hauptworts oder durch eine bloße zuüchernde 
partikel, oder durch Verbindung der erften und zwei 
ten weife. 
1. Unter hauptwort der frage verliehe ich das, worauf 
das gewicht der frage liegt; in der regel wird dies ein 
verbuin und pronomen fein, z. b. willft du? ich will;
        

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