Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

748 ///. negation. Jchlußbemerhungen. 
erklärt: fordes, quae Tunt fub ungue, res vililfiina. Koch 
bei uns itt volksmäßig: einem nicht das fchwarze unter 
dem nagel gönnen. Minder gut Ich eint es, yQv durch 
grunz (grunnilus) zu deuten. Auch das adverbiale cXQyyv 
(oben f. 161) verßärkt, v-QyfjV Ph (omnino non), omh 
r i?}v uQyfv, nicht die fpur. 
Das lat flocci pendere, facere, exifiimare kann mit 
dem felben iinn auch negativ gefetzt werden: non 
flocci facere und beitätigt die vorhin bei ähnlichen 
deutfchen Wörtern gemachte bemerkung. Wichtiger ilt 
uns nihilum, verkürzt nihil und nil, es fleht für ne- 
hilum und hilum wird bei Feflus gedeutet: quod grano 
Jäbae adhaeret. Es ttimmt alfo genau zu den f. 729 
unter 7 und 8 angeführten deutfchen phrafen, die lieh 
nur nicht zur abflraction verhärteten, wie das lat. nihil, 
das geradezu den begrif von nichts, ovdiv enthält. 
Bemerkenswerth, daß alle roman. iprachen diefes lat. 
wort aufgegeben haben und durch neue linnlicbere aus- 
drücke zu erfetzen luchten. Das lat. non wurde lchon 
vorhin in ne unum zerlegt. 
Die franz. und fchon die altfranz. und provenz. fügt 
der einfachen negation den acc. pas (palTum) bei, z. b. 
el no la muda pas (il ne la change pas) Hayn. 1, 431. 
Wenn man franz. lagt: il ne bouge pas, il ne f’eloigne 
pas, fo ttimmt das genau zu der linnlichen bedeutung 
des mhd. er entwichet nimmer juo5 (f. 731); allein 
das pas wurde durch häufige anwendung Io abttract, 
daß bald ebenwohl getagt werden konnte: il ne dit pas, 
il n’entend pas und in gewiffen fällen fogar die nega- 
lionspartikel wegfällt, z. b. pas fl bete (nicht fo dumm), 
pas un mot (nicht ein wort). Den begrif von nihil half 
der acc. rem, ren, rieri lüpplieren (Rayn. 1,429)? wel 
ches man unbedenklich dem einfluß des deutfchen vaiht 
und wiht beimeßen darf: prov. nuls homs fes amor ren 
non vau (nul homme fans amour rien ne vauf), goth. 
vaiht ni däug (?), ahd. wiht ni toue. Wiederum kann 
das ne zuweilen wegbleiben, weil dem rien für fleh, 
gleich dem altn. vaetr, die verneinende bedeutung anklebt, 
z. b. rien du tout (nichts von allem); fo wird mit 
bloßem rien negativ geantwortet. 
Auch die franz. verftärkungen mie und goutte er 
innern an unfere fprache; Ae beginnen zu veralten, leben 
aber noch in der volksfprache einzelner gegenden fort 
und waren ehmals viel verbreiteter. Der Lothringer
        

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