Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

744 ///. negation. fchli/ßbemerkungen. 
© Hessisches Staatsarchiv 
daß auch floup, wint, tiuvel und das ahn. pcetr ohne 
vorausgehende abflracte negation verneinten. Die for 
melle negation findet lieh dann auf dein indifferenzpunct. 
2. Außer jenem verneinenden min, las und JiZr ifi 
auch das nur in der compolition mit dem nomea vor 
kommende un-, welches 2,775 — 783 abgehandelt 
wurde, als negation anzuführen. Eben durch leine un 
mittelbare beziehung aufs nomen *) unterfcheidet es 
licli von der hier abgehandelten negationspartikel, 
welche jedesmal auf das verbum eines fatzes geht. Das 
w/2- bewirkt demnach eine feilere, allgemeine Verneinung 
als das ni, und kann einen gewilfeu nebenlinn anneh- 
men, den letzteres nicht ausdrückt. 
3. Vergleichung der urverwandten fprachen. 
a. dein deutfch'en INI entfpricht das fanfkr. na (Bopp 
335* 336), perl*, //e, altflav. ni (Dobr. inlt. 436), krain. 
7Z2, poln. nie, böhm. ferb. ne, littli. lelt. //e, altpreuß. 
/2Z, l’elblt das celt. ne. Audi die lat. fprache befaß an 
fangs ein kurzes ne als einfache negation, das aber 
nur in der fragpartikel (wovon das folgende capitel) 
und in zufaininenfetzungen forldauert. Das franz. ne iit 
nicht diefes alte lat. ne > fondern, wie lieh hernach zei 
gen wird, Verdünnung aus no n non. 
b. Die prohibitive, namentlich die vor imperativen 
flehende negation, lautet fanfkr. md (Bopp 336. 338), 
perf. me, griech. pl], lat. ne. Hierbei iit einmal der 
lange vocal, dann der wechfel zwifchen K und M zu 
berückfichiigen. Jenem zu gefallen follte man für die 
prohibitivbedeutung auch ein goth. nei, alid. nt anneh 
men, welche form f. 710 zum theil nachgewiefen, zum 
theil vermuthet wurde, nicht grade in demfelben linn. 
Wenigftens gebührt dem goth. prohibitiven ni, wie die 
belege f. 740 lehren, kurzer vocal, und ein ahd. nt kann 
deshalb nicht durchgehends angefetzt werSen, weil 
entgegenfiäiide, 1. daß im ahd. noch kein folcher gebrauch des 
wan zur partikel nachweiflich ifi; er beginnt hüchfiens im XI. 
XIT. jh. (f. 725); 2» daß die nachgewiefene ahd. und altf. form 
nouan auf einen zufammenhang mit nobe, nube führt (f. 724). 
*) es wird auch vor adjectivifche adverhia gefetzt, z. b. et 
was ungern, unwillkürlich thun, nicht vor andere, und darum 
ifi mir das ahd. m\ unforn (nuper) gl. hrab. 970 a befiätigung der 
oben f. 98 angenommnen beftinimung des foru.
        

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