Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

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UI. ne gal ion. proliibitive. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
veit, wiewohl da« letzte eigentlich nihil feit ausdrückt. 
Späterhin hören die drei eilten formen auf und im 
fchwed. dän. kann nefeit gerade nur durch icke vet, 
ikke ved gegeben werden. Iin golli. wäre nur ni väit 
fiatlhaft, im ahd. neben wei^ fchon ni wei^ niowilrt 
und im nhd. ilt wiederum allein die letzte form weiß 
nicht übrig geblieben. 
Das altn. ecki und eigi fallen, gleich dem Ichwed. 
icke und ej, dän. ikke und ej, in der bedeutung ganz 
zufammen *), den fchwed. und dän. dichtem kommt 
die abwechfelung zwifchen zweifilbigem icke und einlil- 
bigem ej zu Hatten; in der fchwed. profa, wenn ich 
nicht irre, überwiegt der gebrauch des ej, in der dän. 
der des ikke **). Die dän. (nicht fchwed.) zufaininen- 
fetzung ikkun — ikke uden, und mit aphaereiis kan, 
bedeutet: nur, nichts als, franz. lie-que. 
Verbindungen hnnlicher iübft. mit ecki, icke, ikke, 
ähnlich den von 1-19 angeführten verltärkungen des 
hochd. nichts fcheinen feiten. Doch ein dän. ikke en 
Jmule ilt f. 730 beigebracht. Ssem. 182 a lieft man: 
hot f>in hraeSoink ecki lyf (ininas tuas omnino non 
timen); das lyf erklären alle ausleger ungenügend, wenn 
es lieh für lauf (folium) oder etwas verwandtes nehmen 
ließe, fo würde ein p allen der iinn gewonnen. 
VI. Prohibitivnegation. 
Im verbietenden finn werden theils diefelben parti- 
keln, von welchen bisher die rede war, theils einige 
befondere gebraucht. 
1. das goth. ni lieht direct verbietend fowohl vor 
dem iinp., als vor dem conj.: ni gret! (py nXale) Luc. 
7, 13; ni briggäis! (py eiseriyxyg) Matth. 6,13; ni häi- 
täis (pjj (ptovei) Luc. 14>12; ni horinös, ni hlifäis! (py 
poiyyvoys, prj zXityys) Matth. 5, 27. Luc. 18, 20; ni 
maürnäif! (py peQiji wäre) Matth. 6, 25« Auch das fchon 
mit einem andern wort näher verbundne ni kann auf 
*) vielleicht bewahrte ecki etwas länger den begrif von 
nihil oder null um und eigi gieng früher in den von non über? 
folgende im glolfar der kopenh. ausg. der Edda 1, 463 b mitge- 
theilte ftelle fpricht dafür: inan J>ä eigi fickja ecki vort erendi 
(tum non cenfebitur nullum negotium nofrrum). 
**) der nordfrief. diaiect auf der infei Silt drückt non durch 
ek aus (man fehe den geizhals. Flensburg 1809)i während die 
angrenzenden plattd. mundarteu durchweg nig gebrauchen. Das 
fcheiut bloßer danifmus, da die altfrief. fprache nacht, naut, 
ndt und die heutige weit - und oflfriel. net haben.
        

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