Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

724 1U negalion. Verbindungen. 
8. Aus der goth. conjunction iba, i’bai wird durch 
das praefix ni niba, nibcti, von welchen fchon 1.284 
gehandelt wurde. Die ahd. form lautet nibu, nibi, 
nubi, mibe, noba (f. 284- 285), die altf. nebu Hel. 123, 
19. /z<?Vo 114, 11. ne%a 116,13. 161,17* Alle diele 
conjunctionen haben die bedeutung des lat. nili, das 
ebenfalls aus ne-li zufammengefetzt ift. w Dem agf. gif, 
frief. jef, alln. ef verbindet lieh keine negation. 
Gerade für denselben begrif lieht indelfen der agf. 
und altn. fprache eine andere, gleichfalls mit ne- oder 
ni- beginnende, partikel zu: agf. nemne, nirnne, nymne, 
nemlSe, nymlSe, altn. nema, altfcliwed. «wm (Ihre 2, 
222)* Leitet man lie von niman, nema (capere) ab, 
wobei an den iinn unferes ausgenommen (exceptd) er 
innert werden kann, fo ill lie freilich nicht mit der 
einfachen negation zufammengefetzt. Doch befriedigt 
diele erklärung fchon deshalb nicht, weil fowohl das 
inünitivifche ausfehen des altn. nema fchwer zu be 
greifen wäre als auch die agf. endungen -ne oder -3e 
kaum aus einer verbalform hervorgegangen fclieinen. 
Es wäre vielmehr zu überlegen, ob diefe dunkeln 
conjunctionen nemne und riema nicht etwa dem gleich 
dunkeln altf. newan, nevan, mhd. niwan, niuwan, 
wem, von welchen f. 66.183.278« 279 geredet worden ift, 
verwandt fein könnten? Ihre bemerkt, das fckwed. 
num drucke nicht nur nili, fondern auch fed aus. Das 
nämliche gilt vom ahd. nube und von dem mehr fächf. 
noven, novan, und kann allerdings in der natur des 
begrilfs mehr als in der form begründet fein. Hel. 45, 
48 wird in der münchner hf., Itatt des newan der lond- 
ner, biitctn gefetzt, und auch neuem that (nili quocl) 
HM. 1,1t. 2,20. 163,3 fallen der londner zu. 
Meine conjectur bleibt immer noch: niwan, newan, 
nowan ift aus niva, neva, nova und diefes aus niba, 
neba, nuba verderbt worden. Es darf weder aus nih- 
van (ni-hvan), noch aus ni wänu (f. 240) gedeutet wer 
den; eher aus ni-wan (defectus) vgl. fchlußbem. 2* Ir 
gend eine entltellung fcheint auch nemne und nema 
anzuzeigen; man erwäge, wie lieh gotli. flibna in 
ahd. itimma wandelt, agf. Itefu und fteinn gelten und 
dem golli. namnjan, ahd. nennan ein altn. nefna zur 
feite lieht. Wir werden gleich nachher unter 9 einer 
analogen entwickelung des -in aus new- begegnen. Das 
agf. f>e in neni&e fcheint mir ein bloßes fuffix, das dem 
goth. J>au in äiLfau (oben f. 60) gleicht, daher auch
	        

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