Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

60 III. pronominalb. zuf. fetz, praeßxe. dij>j>is. 
fehlt hier die vom fo abhängende bedeutung des lat. 
cunque. Ich halte darum das -es in eddes für geniti- 
vitch und gehe von der alt eiten Ichreibung edd als der 
echten aus. 
Sie führt uns nothwendig auf die goth. partikel 
dipj>du, welche bald das lat. aut, gr. rj (Matth. 5, 17. 
Marc. 4, 17.) bald das gr. ei Sh pr] (Matth. 6, 1. Job. 
44, 2) bald das unbeftimmt machende dv (Job. 14, 7« 
15, 19* 18, 36) ausdrückt. Zur modificierung des pro- 
noinens wird he freilich bei Ulphilas nicht gebraucht, 
ihre form ift felbii noch dunkel; das J>J> in aif>J>äu mag 
aus affimilation entfprihgen und ein coinpofitum verra- 
then. Die ahd. formen Ich wanken außerordentlich, ne 
ben eddo, erdo (wie altn. DD: goth. ZD, ahd. RT) *) 
findet lieh edo, odo und aide; aus aif>f>au ein ahd. edo 
zu folgern leinene gewagt, eher würde ich aus eddo ein 
goth. a!f>I>au verinuthen; die bedeutung der ahd. partikel 
bleibt auf aut, live eingefchrankt. Die agf. form lautet 
cSSe, die altn. e%a ; inerkwüdig die altf. eftho, efthuo, die 
altfrief. ieftha, innl. ofte und ein ungedr. fragm. einer 
halbnieder deutlchen pfalmüberfetzung aus dem 10. 11. jh. 
bietet pf. 93 wirklich auch ifteswanne (aliquando) **); 
hiernach könnte aif>f>au fall aus i‘baf>äu, iffau, com- 
poniert fcheinen, zuweilen drückt das bloße du den 
begriff aut (Matth. 9, 5. 27, 17.) aus. das ahd. eddes 
wäre ohngefähr aus ebades deutbar, und eine goth. par 
tikel alffis wie faürjüs ahd. vordes. Diele partikel 
könnte, interrogativen vorgeheftet ***), den linn: wohl 
jemand, irgend einer, irgend wer (Ttg dv, nur halb 
fragend) erzeugen, wie das goth. äij>{>äu in andern fäl 
len dv bedeutet. Es käme darauf an, ein allein heben 
des goth. ai'f>{>is, ahd. eddes zu finden. Kur wird bei 
der ganzen, noch lehr ungewiffen, erklarung voraus 
geletzt, daß die anwendung des praefixes uralt und 
frühe verdunkelt erfcheine, indem die formen der al- 
leinlteheiiden partikel nicht gleichen Ichritt damit hal 
ten. 0. fchreibt odo (aut) neben etheslih, N. aide ne 
ben etelih. 
*) die heutige oberheff. volkslprache gibt zu hören ertlich 
f. etlicb. 
■**) vgl. das henneb« ehezeun, ebezeunte, ibezand (nonnunquam) 
Reimvald, 1, 24. 
***) vgl. oben unter 6 das goth, praefix Jüs, das lieh zu aiffis 
verhalten kann, wie {>äii zu aippäu.
        

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