Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

704 111- dirninulion. fchlußbemerhiwgen. 
]. 1. ital. -iccio: Capriccio, fpan. capricho, franz. 
caprice*); ital. pelliccia (pellicula), franz. pelice, 
pelijj'e; gewöhnlich mit angefügtem -uolo: libro, iibric- 
ciuolo j verme, vermicciuoio; hinter perlonlichen 'Wör 
tern verächtlich: uomo, uomicciuolo $ donna, dorini- 
ciuola. 
in. ital. -uzzo, wenn es fachlichen Wörtern oder 
eigennainen angehängt wird, bloß diminutiv: foglio, 
fogliazzo; guadagno, guadagnuzzo; Fietro, Pie- 
truzzoi hinter perlonlichen Wörtern aber peggioraliv: 
poeta, poetuzzo. 
n. Adjectiva werden meiftentheils mit L oder T ver 
kleinert: ital. povero, poperello, poperetto; puro, 
purello, puretto$ folo, joletto; fpan. bueno , bonito; 
lölo, jolito; franz. neuf, noupeau (fein. noupelle)\ 
altfranz. leul, feulet (fern. feulette)$ jeune, jeuriet 
{fern, jeunette). Das ital. -iccio entfpricht der bedeu- 
tung des ahd. -oht, mhd. -eht, nhd. -lieh, -licht: 
biarichiccio (ein wenig weiß), abbrucciaticcio (bren- 
zelicht) vgl. f. 687. 
o. in allen roman. inundarten, hauptlachlich aber 
in der franzölifchen, iit das dem diminutiv zu grund 
liegende wort häufig ausgeftorben und es hat dann un- 
verkleinernde bedeutung, vgl. foleil (altfranz. folaus), 
vaijjeau, chapeau, echelle, fentinelle, nouveau, cabi 
net, vedette u. f. w. 
p. es ift, zumal im Italienifchen, eine vielfache ver- 
fchmelzung diminutiver, vezzeggiativer und dilpregiati- 
ver formen zuläßig, wovon beifpiele bei Fernow §.177 
nachgefehen werden können. 
10. Aus allen dielen Vergleichungen geht hervor, 
daß ausgebildete diminutivformen mit der Vollkommen 
heit der fiexion und ableitungsbildungen einer fpracbe 
nicht gleichen fchritt halten. In den romanifchen find 
faft alle flexionen erlofchen, ihre diminutiva haben ficli 
noch feiner geftaltet, als felbft die lateinifchen. Das 
formreiche Sanfkrit zeigt wenig Verkleinerungen und 
der altn. dialect, deiTen formen lieh durch reinheit und 
mannigfaltigkeit auszeichnen, keine. Diminutiva Ich ei 
nen in der wärme vertraulicher volksfprache zu gedei- 
vermuthlich von den launigen fpriingen junger bücke; 
wie auch bei unferm grille an das hüpfende iufect gedacht 
fein mag.
        

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