Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

698 ///. diminution. Jchlußbemerhungen. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
gegolten haben mag, wie die analogie von arbor, ar- 
bufcula bezeugt« Einzelne diminutiv« haben das ein 
fache adj. yerloren, z. b. tremulus, credulus, 
k. adverbia, z. b. lepide, lepidule. 
Fragt es lieh nach dein grund, warum bald mit L, 
bald mit CL diininuiert wird, fo lieht man wohl, daß fublt. 
der beiden erlten deck jenes, die der drei letzten diefes 
verlangen, wenigflens vorziehen« Darum heißt es agel- 
lus, pulchellus, nicht agerculus, pulcherculus, darum 
paterculus, pauperculus und nicht patellus, paupellus. 
Velulus betrachte ich nicht als eine Verkleinerung von 
vetus (veteris), fondern von einem verlornen vetus 
(veti). Es gibt indeffen ausnahmen, z. b. die angeführ 
ten adolefcentulus und avunculus ; auch nepos, nepotulus. 
Ich kann in unterer fprache keinen lolchen einiluß 
der flexion auf die diminutionsform entdecken, vielmehr 
hieß es z. b. mhd. vaterlin, muoterlin, nicht vaterche- 
lin, muotercheliii und enenkel liimint gerade zu jener 
ausnahme avunculus. 
5. Bei den meillen gr. diminutiven gilt die von der 
lat. und älteilen deutschen abweichende, aber mit der 
fpäteren deuHeben llimmende regel, daß iie neutrales 
gefchlechts lind. Von den ausnahmen zuletzt. Unter 
den bildungsmittein kommt bloßes I, fodann ID, AR, 
ISK , wohl zu merken aber kein L vor, das im deut- 
fchen und lat. eine fo große rolle fpielt. 
a. gewöhnlich I, von confonanlen unbegleilet: av%q, 
avdQiov; SQovog, 'Sqoviov*, notig, ncuölov ; oqvis, 6qvI~ 

    

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