Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

III. diminution. Jchlußbcmerkun gen. 695 
ift, woraus zugleich folgt, daß das fächf. Iv keine 
laulverfcliiebung erfahren hat. 
2. Einzelne dialecte zeigen entfchiedne Vorliebe zur 
diminution, andere vermeiden lie. Von den unfrigen 
ift ihr der niederländifche am ineiften zugethan, der 
englifche und nordifche abgeneigt. Unter den Volks- 
Mundarten liebt vorzüglich die fchweizerifche und bai- 
rifche zu verkleinern. Den nord. fprachen ilt das le 
bendige mittel zur diminution geichwunden, he müßen 
es durch die adj. klein oder lieb erfetzen, z. b. Jfchwed. 
litet harn (kindchen); läre bror (brüderchen); Jota 
buftru! (weibchen!). Zuweilen wird das adj. lüfligiert, 
z. b. jütifch: jalill (väterchen), morlill (müttercben); 
dän. börnlille! (kinderchen!); befonders hinter eigen- 
nainen, was ganz die Wirkung einer lieblichen Ver 
kleinerung hat, z. b. fchwed. Lottcililla (Lottchen), 
häufig in Volksliedern: Rojalilla fv. vif. 1, 116. 120. 
123; Sigriil liten fv. vif. 1, 138 ff.; dän. Signelil 
danfke vif. 1, 255* Signelille 3, 3; Met teh l 3» 127. 
195-382; Hellelil 3, 353. Hellelille 3, 184; Sidfeli.lle 
3, 361; Kirfienlille (Chrillinchen) 4, 225; Gunderlille 
4, 175 *). llf der in einem dän. lied 3> 104 liebende 
name Adeluds hierher gehörig? und gibt es ähnlich 
gebildete? Wenn in dem altfchwed. gedieht herlig 
Fredrich af Normandie 137. 237 dvärghelin > 312 por- 
lelin Vorkommen , fo lind das wirkliche diminutiva, 
aber dem deuliehen twergelin, pfortelin nachgeahmte. 
Eher ließe lieh das fchwed. dän. yngel (pullus) und 
yngla, yngle (pullare, pullum edere) als ein überbieib- 
fel der Lform nennen. 
3. Urfprünglich, wie gelehrt worden ift, waren die 
dim. auf L und K aller drei gefchlechter fähig, all- 
inälich entwickelte lieh aber eine neutralform aus ih 
nen und auch die übrigen, mit ausnah me der auf -ing, 
-ling, lind neutra. Diefe hinneigung zum neulrum hat 
ohne zweifei ihren grund darin, daß das gemis neu- 
trum unverkennbare beziehung auf den begrif des klei 
nen und jungen zeigt (oben i*. 331), folglich die Ver 
kleinerung auszudrücken am gefchickteften fcheint. 
Auch die ineiften griech. diminutiva lind neutral, die 
lat. hingegen, gleich den gotli., dreigejehleehtig. 
diefes fiillix darf nicht verleiten, in dem ahd. huonichhö 
eine berührung mit chleini fuchen.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.