Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

680 III. diminution. Jubftantivifche. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
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in dev bibel, wo er lauter -lein gebraucht, z. b. kindlein; 
ferner: wäldichen (bei Opitz), hündichen, häfichen, 
ßäbichen , muri dicken und in eigen namen Hein ficken, 
Lifiicken u. 1. w. Diefe form hangt der oberiacljüichen 
volksfprache an, ift aber unter den fchriftftellern langtt 
verbannt. Übrigens fleht das nhd. CHEN fall nach allen 
confonanten, z. b. tkeilcken, lämmchen, fieinchen, 
thierdien, pfeif dien, clor ficken, hieb ckeri, brciut dien, 
rädeken, her zehen, käuscheri, fiäckchen, nur nicht 
nach g und ch, weil lieh jüngchen bächchen, facheben 
nicht wohl ausfprechen läßt; inan konnte zwar jüngichen, 
bächichen (wie monekiken f. 678) lagen, meidet aber 
folche Verkleinerungen, oder zieht hier noch bächlein 
oder das doppelt verkleinerte jüngelchen, bücheichen, 
bächelchen, fächelchen vor. Allgemein eingeführt ilt 
mädchen f. mägdehen; mädfein aber für mägdlein uner 
laubt *). Alle -cken lind, gleich allen ahd. -ili, ilin, 
und allen mhcl. -lin, immer neutral, auch die Verkleine 
rungen der eigennamen Hänschen, Wilhelmchen, So- 
phiedien $ wenn zuweilen ein diminutiv von frauen- 
namen weiblich conitruiert wird. fo hängt das nicht 
von feiner form ab, vgl. f. 324 die Mariechen. Einigen 
diefer eigennamen wird der umlaut entzogen, z. b. man 
lägt Karlchen, Malchen nicht Kärlchen, Mälchen; ein 
Zeichen der fpäten bildung folcher formen. Viellilbige 
oder auch abitracle lübft. (vorhin f. 673) werden nicht 
leicht verkleinert. 
In der plattcleutfchen volksfprache dauert das weit 
vorlheilhaflere alle KEN unverändert fort, gewöhnlich 
mit, zuweilen ohne umlaut. Beifpiele: frohen (puella 
nobilis); mähen (puella) f. mägedeken, mä'dken; fdielm- 
hen (pauperculus); hinnehen f. kindeken (infantulus); 
hanehen (gallus); hönehen (pullus); deerhen (beltiola); 
beerben (cerevilia); fchephen (navicula); nephen (catil- 
lus); grojhen (fcrobiculus); bövehen (puerulus); endehen 
(extremilas): händehen (händlein); herteheri (corculuin); 
bladeheri (foliolum); hattehen (felis catulus); hcifeken (le- 
die beif. und rheinifche volksfprache gibt einigen plural 
formen -er vor dem -cken: mädchen , mäderchen; rädchen, rüder- 
dien; kindchen, kinderchen ; lämmchen, l (immer dien; kätzchen, 
kätzerdien; gläschcn , gläfcrchen ; ftiiekchen , JlÜcker dien ; eine 
kühne fortfiihrung des epenlhetifchen plural -er der neutra, die 
in kinderchen, lämmerchen znläßiger Icheint, als in kätzerchen, 
mäderchen. Ja man verwandelt an einigen orten fogar de« lg. 
-dien in pb -dier: kinderdier, müder eher, fc hei ferche r.
	        

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