Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

III. diminution. fubftantivifche. 675 
fagt oft geltlich für geldlein, geldchen (Nürnb. i560. 
zweites buch, vierter theil fol. 94 d 99 c lll d ) *). 
d. Schineller bemerkt §. 884, daß die oberdeutfche 
volksfpraclie manns - und frauensnainen auf -el nicht 
immer neutral, fondern bisweilen männlich und weiblich 
gebrauche, z. b. der Hanfel, der Lippel, die Gretel, die 
JSannel, daß aber neben ihnen ein mehr diminutives 
neutr. das Hanfei, das Gretel (fchweiz. das Hä'nfli, 
Gretli) ftatt linde. Jene mafc. und fern. Hanfei, Gretel 
können den fchwachfonnigen ahd. eigennainen Ezilo, 
Gundila, inhd. Etzel , Gündel (V) verglichen werden, 
auch wenn ihre Ich wache Ilexion verwifcht fein follte. 
Wenn aber diefelbe form weiter auf andere appellativa, 
z. b. der äriel (avus, f. unten f. 677)? der fchmidel, der 
rüdel, die anel (avia), die ämmel, die bäfel, die lan- 
gel anwendbar ili; fo verräth hierin die bair. Volks- 
fp rache noch entfchiednere ahnlichkeit mit der goth. 
und theil weife auch ahd. dreigefchlechtigkeit aller di 
minutive **). 
6. Der fächfifchen und nordifchen inundart ift das 
verkleinernde 1L, L nicht abzufprechen, erfcheint aber 
in ihnen ineißens fchon als ein ungefühltes, nach wel 
chem keine lebendigen diminutiva gebildet werden. 
Meift kommen hier Ich wache fern, in betracht. Das 
agf. meovle (virgo), gen. meovlan, wird nur in den al 
ten dichtem gelefen und entfprieht goth. mavilö; beßer 
gefchrieben wäre meavle. byrele (pocillatrix) gleicht 
jenem ahd. pehhilä. hviflle (filtula); fvingle (ßagel- 
Jatio) leg. In. 48; tihtle (querela) und wohl andere 
mehr. Unter den 2, 114 aufgezählten ahn. LA lind 
auch diininutivbedeutungen erkennbar, z. b. fritla ent- 
fpricht dem ahd. jriudilä 9 wiewohl beide aus dem 
mafc. friSill, friudil moviert fcheinen könnten; deut 
licher ift hnytla (nodulus) aus dem fern, hnüta (nodus). 
dies wird durch die altere form LACH beflätigt; in dem 
guldin fpil von 1450 findet lieh lceplcich für keplin (Meifters beitr. 
1» 165) «ad in den noch älteren briefen der Marg. Ebnerin aus 
Nördlingen (in Heumanns opufc.) lieft man p. 362 mefferlach 
(meflerlin); 358 kerzlach (kerzlin); 369 ein tifchlach ; 375 zwen kes 
und zwai keflach. Auch heutzutage in einzelnen gegenden Frau 
kenlands bublach f. büblein. 
Lf. 1, 380 fleht ein mhd. bützel, diminutiv von butze 
(manducus), nicht neutral, foudern männlich gebraucht, alfo ahd. 
jjuzilo ? 
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