Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

ÖÜ2 IIL coruparatiüti. fchlußbemerhungen. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm 
Hf*- 
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iU. 
betätigen, theils weil das übergeben der begriffe auch 
auf unfere Jprachen licht wirft. Piccolo, pequeno fchei- 
nen aus peinens ? und daher auch das i‘onft unerklärliche, 
aber fchon altfranz. und provenz. petit (für peepit?) 
vgl. peu für peuc. 
In den früheren roinan. dialeclen waren noch einige 
innere lieigerungen mehr üblich, z. b. provenz. genfers 
(elegantior), aufors (ajtior) vgl. Rayn. 1, 149-153; alt 
franz. greignour (grandior). Einzelne lüperlativformen, 
z. b. ital. mcijjimo, minimo, gehen noch heute, ja die 
ital. fprache hat viele fuperl. auf -ijfimo im gang erhal 
ten, weniger die fpan., falt gar nicht die franz. Auf 
der andern feite wird fogar der fuperl. der anomalen 
formen mit dem vorgefetzten artikel formiert, z. b. il 
inigliore (optimus), fpan. el inejor, franz. le meilleur. 
Auch im litth. werden nicht alle adj. innerlich, fon- 
dern einige durch praefixe compariert, nämlich wie 
derum durch die adv. geraus (melius), geräujey (optiine) 
oder labjaus (polins), labjdufey (potilfimum) oder dau- 
giaüs (magis), daugidufey (maxime). 
Die heutigen flav. fprachen haben das befondere, 
daß lie den fuperl. durch ein dem comp, (nicht dem 
pof.) vorgeftelltes praefix ausdrücken: ruff. riai, böhin. 
ney, altböhm. nay, poln. nay, ierb*. naj, krain. net) 
und nar. Im krain. kann auch bol (magis) dem pol. 
vorgeletzt werden, um den comp, zu bezeichnen und 
diefem comp, mag denn wiederum nar für den ausdruck 
des fuperl. hinzu treten (Kopitar 271)« 
9. Es ift gleich f. 564 getagt worden, daß die deut- 
fche comparation lieh auf adjectiva und adjectivil'che 
partikeln befcJiränke. Von der frei heit griech. fprache, 
iie auch auf fühlt, und lubitantivifche adverbia auszu 
dehnen *), finde ich bei uns gar keine fpur. Der begrif 
folcher fühlt. pflegt dann freilich an den adjectivifchen 
zu grenzen. Wenn es z. b. heißt: der eine ift knecht, 
der andere ift mehr knecht, fo bedeutet das eigentlich 
knechtifch, knechlifcher; die Griechen aber comparier- 
ten aus dovAog unmittelbar SovXotsqos. Von zegäos 
(calliditas) bildeten iie ein zcpdVW (callidior), xeQÖi- 
mos (callidiffimus). Man könnte zwar verlorne, dein
        

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