Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

648 Hl* comparation. fchlußbemerkungen. 
mezes, medes (Rayn. 1,251.252 vgl. oben f.13) erwuchs. 
Dieies medes wurde nun wiederum gefteigert in medeßmo 
(metipfimus) und zufainmengezogen in Xpan. mifmo, alt- 
franz. meifmes, me pme, neufranz. meme. In unferm 
felbß entwickelte fleh die fuperlativform ebenfo natür 
lich, die coinparative war ein bloßes mittelglied. Es 
kommt dazu, daß einige Xchriftßeller, namentlich Andr. 
Gryphius, die nebenform felbt 9 felbte zeigen, gerade 
wie man der wievielte neben der wievielfle lagt. Je, 
wenn meine deulung des lilba aus Xiliba, vergl. mit 
ainlib, tvalib (f. 6« note) flieh hält, fo dürfte die fleige- 
rung der cardinalzahlen einlifß, zwelfß (f. 645) dem 
felbß eine neue analogie gewähren. Soviel fcheint mir 
licher, daß die apocopierle form Jelbs, zelfs für felbß, 
zelfß, ganz wie eines für einefi (f. 646) betrachtet 
werden muß. Ob etwa auch in dem goth. fama (oben 
f. 4) ein fuperlativM liegen könne? will ich fernerer 
prüfung empfehlen, und hier nur dagegen bemerken, 
daß das fein, nicht fainei, wie fruinei (f. 626), fondern 
famo Luc. 6, 38 lautet. 
3. Die ahd. fprache weiß von keinem lelpofl, die 
<] mild, von keinem felbeft; allein lie bedienen lieh dafür 
einer ähnlich wirkenden gemination: felpjelpo (oben 
1*5), mhd. [elbfelbe ?, welcher fleh wiederum das plau- 
tilche ipßpfus ~ ipfllfimus zur feite Hellen läßt. In 
der gemination überhaupt liegt etwas, was lieh mit dem 
grund der fleigerung berührt, daher auch die coinparie- 
renden formen von jeher zur Verdoppelung geneigen, 
wie 1*. 620 ff. ausgeführt worden ifl. Wörter, die fleh ge 
gen die fleigerung flräuben, dulden Verdoppelung, wir 
lagen z. b. allall, im finn von allft, wie die Griechen 
navvanaöL (prorfus). Wir gebrauchen langelange ZZ 
longiffime, Iveifersp. oineiß 7 b hat: eine langelange 
hiflori n: lehr lange; und das 2,405« 665 angezogne 
mhd. iviltwilde kann gleich bedeutend mit ivilcleß ge 
nommen werden. Hierher gehören auch die in der fyn- 
tax näher zu erörternden mhd. umfehreibungen und ver- 
flärkungen des lüperl.: besser denne guot, lieber denne 
liep; nhd. mehr als lieb, was ganz nah an die gewöhn 
liche urnfehreibung der fleigerung: mehr lieb n: lieber 
flößt. Auch anderen fremden J'prachen ifl die fteigernde 
gemination des pofltivs nicht unbekannt *)• 
*) Legonidec gvamm. ccltobretonne p. 54 *• uhel uhel (altilfi-
        

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