Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

111. comparalion. der Zahlwörter. 641 
© Hessisches Staatsarchiv 
Darf, wie mich dünkt, die fuperlatlvnatur des TM 
in diefen Ordinalzahlen nicht geleugnet werden, fo kann 
man lieh nun der weiteren folgerung nicht enlfchJagen, 
daß irgend ein uralter hergang in allen hier betrachteten 
Jprachen den anfänglichen organifmus geftort und das 
nur bei ordinalien denkbare lüperlalivkennzeichen in 
einzelne cardinalien gebracht hat. Auf diefem wege 
allein laßen üch auch die einfachen wurzeln folcher 
cardinalien erkennen; ich vermulhe, daß in keiner ein 
zigen cardinalzahl ein wurzelliaftes T, M (JN) einzuräu- 
nien ift. 
Am klarfien fiellt fich die Verpflanzung des M aus 
der ordinal- in die carclinalreihe dar in lat., litth. und 
flav. formen. Der fuperl. feptimus, nonus, decimus dringt 
ein in feptem, novem, clecem, in welchen Wörtern nichts 
zur wurzel gehört als fep (oder vielmehr feb, weil P 
eilt durch T herbeigefübrt febeint , wie in feribo, 
feriptus), nov, dec ; auf gleiche weife erklärt lieh das 
litth. defzimt (decem) aus defzimtas, das flav. Jedtn 
(feptem), ofm (octo) aus fedmyi, ofmyi. 
Im Sanfkrit wandelt fich das fuperlative M, wenn 
es den cardinalien einverleibt wird, in N: pandfehamas, 
pandfehan (quinejue); faptamas, faptan (feptem); afch- 
tamas, cifchtan (octo); navamas, navan (novem); dafämas, 
dafdn (decem). Diele auch fon.ft in allen fprachen 
häufige abftumpfung des auslautenden M in N berechtigt 
uns anzunehmen, daß nicht weniger die deu tfehen cardinalien 
fibun, niiin, taihun ein urfprünglich ordinales M ent 
halten und auf die älteren, erJofchnen ordinalien fibiima 
(feptimus), niuma oder nivuma (nonus), tailmma (de 
cimus) zurückführen, deren -uma lieh genau wie das 
in frurna, aöhuma, iniduma u. f. w. verhält. Ja, aus 
dem ordinalen -w/z, das einzelne dialecte in aclitundci> 
Attundi, attonde (octavus) zeigen, folgere ich ein ver 
lornes cardinales alltun (octo), und aus ihm wiederum 
ein ordinales ahtuma (octavus), das zu dem fanfkr. 
afchtamas ftimmt *). Selbß das agf. endleofan, frief. 
* x ) wie wenn diefe form in dem amdruck ochtum, octuma 9 
cchtme, den man durch decima minuta erklärt (Oberlin 1151. 
brem. wb, 3> 255), übrig wäre und urfprünglich eine pars octara, 
nicht decima bedeutet hätte? Das analoge dechem, deckt em 
(rechtsalt. 523) ift aus decima, vgl. techamdn (decimare) Diul. 
1> 5Q6 b . 
Ss
        

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