Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

626 üi. comparalion. alte und gemilderte. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
immer: ypparßr (fupremus). Auch erfcheint das R zu 
weilen im pof. des adv. (innar, utar, ojar, f. 207) 
und kann darum nicht ZZ golli. Z liehen. 
y. Da die altn. adv. der himmelsgegenden aufir, 
veßr, fu&r, norir (1.207) zu atlj. gelteigert werden: 
eyfitri (orienti propior) und veßri, fy^ri, nyrtri; 
iuperl. außtoßr, veflaßr, fuSaßr, nortSaßr; io darf 
man auch aus dem ahd. oßar y tveßtar, Junclar, /zor- 
cfar (1*. 205) ein 6ßar6ro y bßtaroß u. f. w. folgern, und, 
falls das R des polidvs anfänglich comparativii'ch war, 
ebenwohl geminierte fteigerung in dielen bildungen be 
haupten. 
b. Poßtive, deren form einen alten fuperlativ auf 
Bl (TBI) in lieh fchließt; dein Bl geht der vocal w 
voraus, dem lat. £ entfprechend. Beachtet werden muß 
vor allem, einmal, daß diefen politiven nur fchwache 
flexion^ nie Harke gebührt,, dann aber, daß den fein. 
-ei und nicht -6 zultehl, all'o überall comparativifclie 
fLexionseigenthümlichkeit (f. 566) erfcheint. Folgende 
beifpiele, die größtenteils wiederum den bei der R- 
form befproclinen localbegrilfen angehören: 
a. goth. fruma (primus) BJarc. 10, 315 jrumei 
(prima) Blatth. 27, 64; frurnö (primum). Man erkennt 
leicht, daß diefes fruma nicht wurzelhaft ilt, fondern 
in fr-uma aufgelölt werden muß, wie das völlig ana 
loge lat. primus in pr-intus, delfen comp, pr-ior ei 
nen goth. comp, fr-uza? friuza oder fruiza? rathen ließe, 
von welchem lieh aber nicht die geringfte fpur zeigt*). 
Dafür nimmt die fprache fruma wiederum politivifch 
und fteigert es frumbza, frumißs (f. 567). Fruma und 
fruiniiis oder frumilta erfcheinen gleiclibedeudg, beide 
überfetzen tiqojtos , das feinerfeits ebenfalls zu uqu- 
tigvos doppelt gelteigert wird; nqotcqos aber ilt nicht 
der comp, von nQojros, fondern der einfache compa- 
rativ der Wurzel ziqo , deren fuperl. tt^otcctos durch 
kürzung ^ die form uqwtos hervorbringt. Setzt inan 
dem uqo ein goth. faür, faüra gleich, fo könnte 
fruma aus fauruma gekürzt erfcheinen, dem nQovsQOS 
*0 Wurzel fcheint eine uralte partikel fr, die fowohl mit 
fri (in frifahts) als mit faür verwandt ilt und vor, voraus be 
deutet. So flammt auch das fanfkr. prathamas (primus) aus der 
partikel pra. ßopps lehrg. §.259.
        

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