Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

111. comparation. anomale. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
alt. 267). In den übrigen deutfclien dialecten läßt /Ich 
die Wurzel fin (alt) nicht mehr nachweifen, abgefelien 
Ton dein altfrä'nk. y7/zifcalcus, [eriefcalcus (fpäter fene- 
chal, fenefchall), d. i. der altefte hausdiener. Für den 
unperfönlichen , auf fachen eingefchrankten begrif 
braucht Ulph. fairnis Matth. 9, 16. 17. Marc. 2, 22. Luc. 
5i 39, an welchen hellen der gr. text stcdcaos hat, dem 
aber eine weitere bedeutung zufleht. Gefleigerle grade 
Ton fairnis kommen nicht toi* und möglicherweife galt 
auch dafür der comp, aldiza. 
Das ahd. alt compariert regelmäßig altiro, altiß 
zuweilen alt6ß; ebenfo altf. ald, aldiro, aldifi; agf. 
eald, ealdra, ealdofl. Diele dialecte kannten aber zu 
gleich den pof. eines andern Worts, das mit dem pof. 
alt fynonym war: ahd. hamal, altf. gamal, agf. gamoL 
Das ahd. hamal begegnet nur in dem nom. pr. hamalo 
(fenex) und den zufammengefetzten iama/perahi, hamal- 
her. Das agf. adj. fleht noch Cä'din. 68,5 und in dem 
compof. gamolieax Beov. 48- Das mhd. nlid. alt, innl. 
nnl. oud werden regelmäßig gefteigert. Dein goth. 
fairnis entfpricht ahd. virni, das noch im nhd. firne- 
, wein übrig ift, vgl. Schin. 1,564*); doch wird T. 56,8 
(Matth. 9, 17) alte belgi gefetzt, wo virnd richtiger 
fchiene. Steigerung des ahd. virni kenne ich nicht. 
Altf. ferni (vetus), fernun jära, im alten (vorigen) jahr. 
Allen nord. munclarten gebricht der pof. ald, fie 
erfetzen ihn durch jenes hiifsworl, das feinerfeiIs keiner 
fleigerung fähig ift. Die anomale comparation lautet 
demnach altn. gamall, eldri, elztr (f. eldltr); fchwed. 
g animal f äldre, äldfi; dän. gammel, äldre, äldfl. 
Übrigens hat gamall, gleich unlerin hd. alt, beides den 
Xinn von nalaios (vetus, anlifjuus) und yeQvuos (fenex). 
Auf elfteren befchränkt /ich gleich dem goth. fairnis, 
ahd. virni, das damit lichtbar verwandte, nur mit dem 
ablaut gebildete altn. forn, welches auch nach der ifonn 
gefteigert wird : jyrnri, fyrnfir. 
Von adv. ift hier nur das ahd. vorn (olira, antiqui- 
tus), mhd. verri (anno praelerilo) zu merken, welche 
fchon f. 98. 208 besprochen worden lind. 
8. (begrif jung). Dem goth. alds oder fineigs fleht 
entgegen juggs, dem goth. fairnis aber nivis, wie deut- 
*) mhd. kommt vi'me im finn rou geübt» verJftäudig vor, 
Mart» 15* 162. 210- Lf. 3, 5it.
        

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