Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

6l6 III. comparation. anomale. 
deuten und nicht inagis; beleglteilen find mir nicht 
zur hand. 
Den fuperl. pluriinum, nXeioTav, würde vermuihlich 
Ulph. noch durch managiß ausdrücken, an das allere 
fldift ift nicht mehr zu denken. In den übrigen dia- 
lecten hilft wiederum der dritte begrif aus, z. b. das 
ahd. meifl bedeutet fowohl palioxa, maxiine, als nhl- 
ütov , plurimuin. 
6. (begrif wenig). Pof. adj. goth. Jav3 y wiewohl 
die belege nur den pl. Javai (pauci), Javdim (paucis) 
ergebeii. Ahd. oder mit kennzeichen fAer (paucus); 
belegbar find auch hier nur pluralformen; f&he (pauci, 
paucos) T. 40, 10. 89- (Matth. 15, 34) 109. (Matth. 20, 
16) 125- (Matth. 22, 14); JAiu (pauca) K. 29 b , JAhiu 
T. 149 (Matth. 25, 21* 23); JAero (paucorum) K. 49 b i 
fAem (paucis) K. 29 b , fAwem K. 53 a . Agf. Jeava 
(pauci, pauca) feavum (paucis), ohne daß ich fg. for 
men anführen könnte; das engl, Jew ilt undeclinierbar. 
Altn. Jdr (paucus), Jd (pauca), fdtt (paucuin), fdir 
(pauci); fcliwed. /a, dän. faa (pauci). Schon in den 
i'päteren ahd. denkmälern beginnt jenes JA zu erlöfchen, 
0. und N. kennen es nicht inehr *) und erfetzen es 
durch das aus dem vierten begrif herübergenominne 
luz.il, vgl. N. 36, 16. Mhd. bedeutet liitzel paucus, 
da aber nhd. auch diefes veraltet, fo tritt wenig an 
deffen ßelle, das im mhd. fall nur adverbialii'ch auf 
polche weife verwendet wurde. 
Die comparation des goth. favs ergieng regelmäßig: 
faviza : paucior) II. Cor. 8, 15, woraus favifis (pau 
ci riiinus) folgt. ^ Ein ahd. JAhiro, fAhiJl oder fAwiro, 
JAwiß nicht zu belegen. Agf. findet fich nach der 
oforiu Jeavoß (pauciflimus), der coinp. wird gelautet 
haben feavra. Altn. fcerri (paucior), Jcefir (pauciflT- 
inus). Ahd. und mhd., vermuthe ich, bedeuteten min- 
niro, minner; minnifl, minnefi zugleich minor und 
paucior; minimus und pauciffunus. Nhd. hingegen wird 
wenig felbft gefteigert: wenigerer, wenigfler. 
Der pof. eines nach favs gebildeten goth. adr. 
kommt nicht vor; es dient dafür leitil (oXiyov) II. Cor. 
*) ein altf. foiv , faw vermuthe ich; felbft mild, könnte es 
fortdauera , da fich fogar im heutigen plattd, fege, foge ZZ we- 
erhalten hat, \ergl. brern. \vb. i. 363.
        

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