Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
604 ///. comparation. anomale. 
ivSla^ wola (oben f. 292.) *), in welcher gar nicht der 
Xinn yon bene, fondern umgekehrt von male (wehe!) 
zu liegen fcheint. Erft im nhd. hat lieh, neben wohl, 
ein adv. gut eingefchlichen (f. 118), durch die formelle 
mifchung der adj. und adv. (f. 117) herbeigeführt. Iu 
vielen fallen flehen wohl und gut gleichbedeutend (auch 
in compohtis wie wohldenkend und gu(denkend), oft 
aber hat wohl den abgezognen linn einer dubitativeon- 
junction (etwa, vielleicht) angenommen , wohin auch die 
zulammenfetzungen wiewohl, obwohl, gleichwohl, eben- 
wohl zu zählen lind; affirmativ ift es in ja wohll Da 
diele abftraction fchon früher begonnen (f. 286), fo mag 
lie auf die zulaßung des lebendigeren adv. gut nicht 
ohne einlluß geweien fein. — Die agf. mundart, wie 
lie til “ god gebrauchte, bediente lieh auch des adv. 
tela Beov. 93. Cädm. 42, 11. Bth. 41,3 rz vel**'). 
Comp. adv. goth. bats; ahd. pa%; altf. agf. bet; 
altn. betr; inhd, mnl. bat, bet; belege lind fcliou 
oben gegeben worden. Die nhd. nnl. engl, fchwed. und 
dän. fpraclie haben die eigentliche adverbialform fahren 
laßen und brauchen dafür die adjectivifche. Neben bet 
gilt agf. zugleich fei (melius) vgl. f. 593; neben betr 
altn. zugleich JJcärr (melius). Superl. adv. goth. batifl; 
ahd. pe^iß; mhd. befi u. f. w. wie der fuperl. adj. 
Altn. bezt und Jkäft. Unorganifch ift die nhd. iteigerung 
wohler (melius) und wohiß (optime) ; den comp, wöler 
hat Fifchart Garg. 137*, ja fchon mhd., obgleich lehr 
leiten, begegnet woler, in einem liede Nitharts (Hägens 
Trift. 120). 
9. (begrif übel). Der pofttiv erftreckt lieh durch 
alle dialecte: goth. ubils; ahd. upil, mhd. nhd. übel; 
altf. ubil Hel. 136, 4; agf. yßl, engl, evil, verkürzt ill; 
altn. illr; doch verwendet ihn die nnl. fchwed. und 
dän. fpraclie nicht mehr adjectivifcli, fondern nur noch 
adverbial, das mnl. fühlt, evel (malum) Huyd. op St. 
1,569. nnl. euwel ift gleichwohl neulr. des adj. Auch 
das mhd. adj. übel fcheint feltner als das ahd. und nhd., 
läßt hch aber doch noch häufig nachweifen: Iw. 1741. 
4676« 6179. Barl. 73, 1, während der gebrauch des adv. 
*) ich trage zu f. 293 wela, wola, wala! aus Hel. 30.15. 
93,3. 153, 3 nach, worauf hier immer ein ihat folgt; 135,16 
fleht es ohne diele begleitung. 
**) »hd. fleht zuweilen fchon ZZ wohl Die Franzofeu ver 
binden bei et bon xxyuS6$). \
        

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