Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

III. comparation. anomale # 
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© Hessisches Staatsarchiv 
{teile Stehen lieh tile and yfle (boni et mali) gegenüber, 
Tgl. die praep. til (oben f. 257). Kocli ließen lieh 
einige alid. und mhd. adj. anführen, welche den begrif 
von gut rr tauglich, paffend, nützlich ausdrücken, z. b. 
ahd. waki, mhd. was ge Trift. 5391« Iw. 6937. ahd. 
piderpi, mhd. biderbe, nhd. bieder, mhd. vrum, vruom 
(oben r. 482), nhd. fromm; allein lie lind einer regel 
mäßigen comparation fähig, während lieh guot, g6ds 
der Iteigerung verfagt. Ob (eis, ^iu^eigs, gatils, til 
regelmäßig lteigerbar find oder nicht, d. h. ob Sie den 
anomalen comp, mit gods theilen? itt Ich wer zu beant 
worten; ich weiß bloß, daß keine regelmäßigen com- 
parative davon Vorkommen. 
Die gesteigerten grade lauten einstimmig: goth. ba- ComyAf'Uil' hu' 
tiza , batifts; ahd. pezßro, V e V&fi> a hf. betero, 
betefl, verkürzt bezt Höl. 10,18-"*17, 21. 23,4* 61» 9 i 
agf. beterciy beteß, verkürzt betßt; alin. betri, beztr; T° * 
mhd. bez^zer, beft; nhd. beßer, beß (nicht beßt)$ nnl. 
beter, beft; fchwed. bättre, beiß; dän. bedre, bedß. 
So wenig ein comp, von gut, fo wenig ilt ein pof. 
von beßer zuläßig; er mülte nach der theorie lau 
ten goth. hals, ahd. pag und gehört zu der ablau- 
teiiden formel batan, böt (2*43. nr. 476). Auch 
hier lind einige fynonyma anzufübren. Agf. felra 
(melior), (eleß (oplinius), w egen des kurzen vocals 
jenem goth. leis wenigstens nicht unmittelbar zu verglei 
chen, wohl aber derleiben Wurzel; ferner tritt der un 
terschied ein, das goth. fels hat keinen comp, und 
Superl., das agf. felra, fei eit keinen poSitiv, denn was 
Lye für den pof. ausgibt, ilt comp. adv. Die mhd. 
Sprache verwendet, neben be^er, beft, weeger Parc. 16019* 
Tritt. 15187. woegeft Parc. 12603- 21899; Iw. 4871* 
Trift. 10413» als regelreclile iteigerung jenes waöge. 
Diefes weiger lebt noch in der heutigen fchwäb. und 
Schweiz, volksfprache, hat aber oft den ftnn einer blo- 
Sten betheuerung (wahrlich!). Altn. Jkdrri (melior), 
flarfir, Jkdßr (oplimus) ohne pof., von nr. 327 (grainui. 
2,31)? 
Der organifche pof. des adv. lautet wiederum ein- 
ftiinmig: goth. vailct; ahd. wela, wola; altf. weil Hel. 
10,3.5. 59*2; agf. vel; altn. vel; mhd. wol; nhd. 
wohl; engl, well; fchwed. väl 9 däu. vel; vgl. grainui. 2, 
28. 29* 3* 118« 119* Vielleicht ift dennoch im goth. väila 
zu fchreiben und die ahd. kürzung wela erlt aus wela 
hervorgegangen? Verichisden lein muß die interj.
        

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