Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
III. comparation. adverbiale. 
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(ohne kennz.) ganz mit jenem adv. zu rammen* Allein 
es hat doch bedenken, beiden formen urfprüngliche 
identität beizumeßen, einmal, weil in der älteren fpra 
che die fchwache flexion des adj. organifch, dann, weil 
das adverb entltellungen und apocopen zuläßt, die an 
der ßarken form des adj, ungedenkbar wären. Es wird 
daher geralhen fein, das adv., delfen politiv von dem 
adjectivifchen meillentheils unlerfchieden ift, auch im 
comp, dem adj. fcharf zur feite zu Hellen. 
Die ge Halt des adverbialen pofitivs hat nach der vor 
hin gemachten bemerkung, fo viel wir wißen, keinen 
einfluß auf den coinparaliv. Das heißt, es wird fowohi 
zu raihtaba als zu usdäudd (f. 101. 109) ein gleichförmi 
ges adv. usdäudos und raihtos compariert, und nicht 
nur dem ahd. gerno, fondern auch dem agf. georne 
lieht ein gleichförmiges gernör, geornor zu feile. 
Bei der (näheren abhandlung diefer adverbialcompa- 
rative ift wiederum der unterfchied zwifchen adj. der 
i- und der 6- comparation fcharf ins äuge zu faßen. 
A. adverbia mit i compariert. 
Der kurze vocal ift der fyncope ausgefetzt und da 
durch wird felb 11 der wefentliche confonant des coinpa- 
ralivs beeinträchtigt. 
1. im goth. pflegt zwar, befonders bei den anomalen, 
der vocal, kaum aber der confonant wegzufallen; über 
haupt erfcheint diefer wieder als reines S, nicht, wie 
bei dem adj. in Z getrübt. Folgende fälle gehören 
hierher: aus mäiza (major) wird gebildet in dis (magis), 
wofür es keines belegs bedarf; aus minniza (minor) 
mins oder minz (minus) II. Cor. 12, 11. 15; das aus 
batiza (melior) gezogne adv. findet lieh nicht, ich muth- 
inaße, daß es nicht batis, fondern mit fyncope bereits 
hats lautete, woraus lieh die ahd. form leichter erklärt; 
vairs (yeiQov, pejus) fleht Marc. 5, 26 * macht aber an- 
ftand, weil der adj. comp, vafrfiza (yeiQwv, pejor) Matth. 
9,16 lautet, aus welchem ein aclv. vairfis zu folgen 
fchiene. IndeJTen kann man vairs unmöglich für einen 
pof. nehmen, da kein analoger goth. pof. confonantifch 
endigt und lieh für den begrif von male, ein 
andrer ausdruck findet, ubilaba nämlich; es bleibt alfo 
nur ein doppelter ausweg: entweder fleht das adv. 
vairs durch kürzung für vairfis, vairfs, oder das adj. 
vairfiza durch gemination des comparationsbuchftabs
        

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