Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

III. comparation. adjectivifche. 569 
trächtigen. Wie alfo der pl. hafrdjös neben fiflkös fleht, 
fo hätte man neben blindöza, frodöza ein reikjöza, raf>- 
jöza, reikjölis, rafjöfts zu erwarten ftatt reikiza, raf>iza, 
reikilts, rafilts. Beide formen laßen fleh demnach auf 
diefem wege nicht vereinigen. Iil -za der grundtypus, 
l'o fordert reiki-za ein fröd-za (frödfa)$ ilt es -öza, 
fo fordert fröd-öza ein reikj-öza. Die ganze deutung 
des -iza aus der zweiten deck fcheint verwerflich. 
b. fodann liabe icli erwogen, ob die befchalTenheit 
der wurzellilbe, ihr kurzer oder langer vocal, ihr fchiie- 
ßender confonant, den unterfchied zwilchen -iza und 
*öza wirken indge? Allein der augenfehein lehrt das 
gegentheil, indem fowohl nach denfelben confonanlen, 
als nach kurzer, wie nach langer Wurzel beide formen 
erfolgen: fpediza, daudöza; batiza, hlaföza; fpediza, 
frodöza. vgl. indefTen f. 573 die bemerkung über viel- 
filbigkeit. 
c. eine dritte erklärungsweife ließe lieh etwa daher 
nehmen, daß die form -iza aus Harken pofiliven, die 
form -öza aus fchwachen entfprungen fein könnte, al- 
diza aus alds, frodöza aus fröda? auch fon 11 fcheint 
wohl a in einer andern potenz ö zu werden, z. b. das 
inafo. blinda zum fein, blindö , liana zu tuggö, vgl. was 
f. 314* 543 über das Verhältnis von a und ö getagt 
worden ilt. Nur fähe man nicht recht ab, warum nicht 
beide arten für jedes wort nebeneinander gültig wären, 
aus alds aldiza, aus alda aldöza; aus fröds frödiza, 
aus fröda frodöza? welcher formreichthum jedoch für 
die bedeutung kein gewinn fein würde. Nächftdem 
fcheint diele auslegung nur auf die männliche form zu 
palfen, nicht auf die weibliche, und noch weniger 
fcheint fie auf die übrigen dialecte anwendbar. 
Es dünkt mich ralhiäin, den wahren grund der un- 
terfclieidung zwilchen -iza und -oza, -ißs und ~oßs 
für unausgemacht zu halten und auch aus den übrigen 
mundarten die beifpiele dafür l'o vollitändig als möglich 
zu lämineln. Bloß das fcheint lieber, daß -iza nicht 
aus ableitendem i erwächft, vielmehr letzteres in lieh 
aufnimmt (reikiza für reikjiza?). 
o. im ahd. wird uns die länge des 6 *) theils durch 
die lchreibung heillihhoor, trägoor K». 22 b 42 b verbürgt, 
es ift alfo ein uraltes o, das dem goth. S gleichbleibt (wie 
das iiu dat. pl. fern, und in der zweiten fchwachen conj.])j nicht 
zu ahd. uo wird.
        

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