Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

556 III genus. grammatijches. fchlußbemerh. 
fieht inan nicht, warum hier die altf. und altn. inundart 
auf dritter, die ahd. auf zweiter Itufe erfcheinen, was 
lieh bei der lautverfchiebung umgekehrt 'verhält? und 
noch bedenklicher wird der einwurf, daß das ange- 
nommne fchema erft die hälfte der denkbaren genusrei 
hen enthält, nämlich D, E, F. Man müite alfo noch 
ein anderes hinzunehmen 9 etwa: 
mafc. fein. neutr. 
fern. neutr. mafc. 
neutr. male, fein, 
in welchem Jfich aus mafc. fern, (nach A.), aus fein, neutr. 
(nach B.); zweitens aus fern, neutr. (nach B.), aus neutr. 
mafc. (nach C.); drittens aus neutr. mafc. (nach C.), aus 
mafc. fern, (nach A) hervorlhäten. Und auch für diele 
gleichung bieten lieh beifpiele: das lat. mafc. elephas 
wird im goth. ulbanclas, im ahd. olpenta fein.; lat. 
mus (mafc.), deutfeh müs (fein.); lat. nafus (mafc.), 
ahd. nafa, nhd. nafe (fein.); [MG'&og entfpricht dem 
goth. inizdö (fein.). Aus yaqS'ia wird hairtd (neutr.); 
aus rota wird ahd. rat (neutr.); aus auris goth. äujt) 
(neutr.); pellis goth. fill, ahd. fei (neutr.). Endlich aus 
&avaQ ahd. tenar (mafc.); aus /.U&v ahd. metu (mafc.); 
aus %iuvov ahd. degan (mafc.). Da aber beide paradig- 
men alle möglichen gefchlechtsübergänge erfchöpfen, lo 
verlieht es lieh von felbft, daß jede lindbare abweichung 
des gefchlechts lat. oder griech. lübft., die mit deutfehen 
einltiminen, unter eine der fechs formein gebracht wer 
den kann. Folglich ilt die fupponierte genusverfchie- 
bung ein unding. Sie würde lieh, gleich der lautver- 
fchiebung auf drei Veränderungen befchränken mäßen; 
nun aber nöthigen die beifpiele fechs fälle anzunelunen, 
folglich können diele nicht durch eine allgemeine natur- 
nothwendigkeitverfchoben fein, fondern müßen einerandern 
erklärung unterliegen. Daher weichen auch die lat. und 
gr. fprache untereinander ab (cor neutr., yaQ^la fein.), 
daher Itimmt das flav. mleko (neutr.) zu dem genus von 
Zac, nicht zu dem von milch, das flav. fnjeg (mafc.) 
zu dem von fclmee, nicht zu dem von nix, das lat. 
jyenna zu dem von feder, das flav. pero (neutr.) zu 
dem von me^ov u. f. w. 
Alle folche abweichungen find ctusnahmen, deren 
grund vielleicht hin und wieder aus der gefchichte der 
Ilexion (wenn lie uns im Verhältnis urverwandter fpra- 
chen zu der unfrigen hinreichend bekannt wäre) nach-
        

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