Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
(f. 389); ll (f. 382); gürtel (f. 449); ar t (f. 490); 
geweilt (f. 494X Entfchiedner ift die nhd. riclitung, \ 
ahd. und mhd. mafc. in fern, zu wandeln. Vorzüglich 
fchwachformige, weil hier das inafc. beide Ilexionen 
zufaminengefchlagen halte. So lind die mhd. inafc. 
(lange, /hecke, blintfliehe, meide, finepfe, dren 
(fucus, alid. dreno), brem, höufchrecke, wiwe (ahd. 
wiwo), lol, pan (ahd. vano), trübe, bluome, niere, 
weide in den nhd. formen: fchlange, fchnecke, blind- 
fehleiche, made, fchnepfe, dröhne, bremj'e (hier frei 
lich zutreiendes S), heufchrecke, weihe, kohle, fahne, 
traube, blume, niere, wade fä’mmtlich fein. Aber 
auch ftarke inafc. werden weiblich, gewöhnlich mit 
beibehallner erfter oder vierter decl., z. b. mhd. loc, 
wdc, dißel, angel, hornug, bineg, baue, vurt, nhd. * 
die locke, woge, di fiel, emgel, horniß, binfe, bank, 
Juri; die aber mhd. fchwankten, lind nun feite fein., 
z. b. Luft, art, geweilt, obgleich lieh in giirtel das 
male, behauptet hat. Ahd. ßtu (inafc.), mhd. ßte ge 
wöhnlich inafc. Parc. 6030. 10255« zuweilen fein. Parc, 
4790. MS. 1, 27 a 30 a 38 a , oder ift in allen diefen ftellen 
der pl. mafc. annehmlich? nhd. hat lieh das fein, ßtte 
entfchieden. Volksmundarlen, zumal niederdeu Ifche ge 
hen noch weiter, indem lie z. b. grund, beich, honig- 
roße (mhd. rd%, inafc. f. 464) weiblich gebrauchen, 
niederhelf. hört man die finke, die rabe *). Dali einige 
goth. inafc. dritter decl. turifcus (dens), grundus (fun- 
dus), wahrfch. auch randus im altn. weiblich werden: 
tonn, grund, rönd, erklärt lieh aus der mit dem mafc, 
einftiinmenden form des fern., weil rönd wie liö'nd 
(goth. handus) declinierte, konnte es leicht für weiblich 
gelten; die ahd. zarid, kriint, rant find. mafc. 
B. Übertritt des fern. ins neutrum. 
Diefer wechfel wird fchon febr frühe in der zweiten 
Harken decl. des fern, und neutr. herbeigeführt; da näm 
lich im goth. nom. i'g. fern, das -a abfallen kann (f. 500); 
fo gleicht der ausgang ~i völlig dem neutralen, darum 
fchwanken goth. kuripi (fem.)> kuri^i (neutr.) und alle 
ab leitun gen -ubni (f. 528). Man muß hier annehinen, 
daß das fein, organischer fei, als das neutr., da in an 
dern Wörtern, wo fpätere dialecte neutr. zeigen, golb. 
*) im obliquen caftis mederhdT, geh mir aus der liege! (ft. 
dem wege).
        

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