Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

11L genus. grammatijches. fchlußbemerk. 547 
das kräftige, flarke, große führen fie männlich, das 
fcliöne, länfte, liebliche weiblich ein. Oft wechfelt aber 
derfelbe fchri fl Heller bei demfelben lübffantiv mit he, Jhe 
und it, nachdem ihm, bewußt oder unbewußt, jene 
eigenfchaften der fache vorfchweben oder er ganz ub- 
ftract reden will. Bei gewiffen Wörtern mag auch noch 
das alte grammatifche genus, wie es im agf. beftiimnt 
war, nachwirken*), bei andern einfluß des franzöfifchen 
und der lat. mytliologien und allegorien gefpürt wer 
den**). Die ganze einrichtung kann den dichtem hin 
und wieder günliig fein, führt aber auch nachtheilige, un 
behagliche Willkür mit lieh; es ift gleichfam die letzte an Wen 
dung des genusyermögens auf den fprachftof, der fchon aller 
anhalt an die form abgeht ***). Muß eine fprache doch 
einmal das grammatifche genus aufgeben, fo fclieint es 
wenigßens folgerichtig, ihm überall zu entfagen und es 
läßt lieh allerdings denken, daß die englifche fpäterhin 
eimnal he und Jhe auf den reinperfönlichen fall belehr än- 
len, in allen übrigen aber it yerwenden wird. 
Koch eine andere erfcheinung zieht hier unfere auf- 
merkfamkeit auf lieh, das genus der romanischen 
fprache, in welcher das fubftanlive 7) neutrum erlofchen 
ift. Sie hält alfo das gerade widerfpiel zu der dänifchen. 
Im dän. fiel das fein, zu dem mafc. und das neutr. haf 
tete; im roman. vereinigt lieh das neutr. mit dem mafc., 
aber das fern, bleibt unangerührt. Woher diefe ver- 
■ fchiedne entwicklung zweier fprachen? offenbar daher, 
daß im roman. die männlichneutrale ffexion völlig zur 
männlichen, im dän. aber die männlichweibliche zur 
männlichen wurde. Hier fcliwand das divergierende 
des weiblichen gen. und dat, dort das des neutralen 
110m. und acc. (vgl. oben f. 541) ff)• Der roman» zu- 
*) z. b. bei bee (apis) f. 366* 
**) ein beifpiel f. 350 am genus von fun und mooii. 
***) wem daran liegt, beifpiele gefammelt zu finden, wie 
fchwankend engl, fchriftfteller he } fhe und it, hauptfächlich bei 
fumlichen fubft., verwenden, dem bietet fie reichlich dar J. G. 
Flügels vollft. engl, fprachl. Leipz. 1824* p. 124-150 und uachtr. 
469- 470* Zu lernen ift daraus wenig, denn diefe unbeliimmtheit 
hat begreiflich gar kein ziel. 
f) die fpan. fprache hat das neutr. noch im pron. behauptet, 
el, ella, ello ZI he, fhe, it; die franz. auch hier aufgegeben? 
fie befitzt nur il, eile• 
ff) man halte die altn. gen. dat. fern, fölar, fölu, tßngu, 
tiitigu zu den gen* dat. mafc* fjfks, fifki, hana, hana, beide 
fallen im dän. fols, fol, tunge • lunge. fifks, fifk, haue, hane 
Mm 2
        

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