Volltext: Deutsche Grammatik. - Teil 3

546 III. geruts. grammatifches% Jehlaßbemerk 
ham, hende$f hende. Kurz, die alle unterteil eidung 
zwilchen male, und fern, lebt nur noch ganz befchränkt 
in dein pronomen han, hun, wahrend das neulruin 
überall fortwirkt. Sondert inan diefe neulra, die viel- 
leicht nur ein fünftel der dänifchen fubfl. ausinachen; fo 
fallen alle übrigen in dem fälledskion zufaimnen und 
der Däne müht feine phantalie nicht weiter ab, das 
natürliche gefchleclit auf eine menge grammatifcher 
fubil. zu übertragen. Was uns (oder dem Schweden) 
weiblich erfclieint, z. b. treue, poeße, Verzweiflung 
(fchwed. troliet, poefie, förtviflan) verliert in feinem 
trofafthed, poelie, fortvißelfe diefe färbung; dänilclie 
dichter und mahler, w r enn Xie tugenden und lafter per« 
loniftcieren wollen, laufen darum weit weniger geiahr, 
die grammatik ihrer fprache zu verletzen, als die unfri- 
gen (vgl. f. 356. 357). Bloß ihr grammatifches neu« 
trum könnte ihnen im weg liehen. 
Dem Engländer ift auch diefe fchranke des neutrums 
weggefallen ; allein er weicht darin wefentlich von 
dem Dänen ab, daß fein pronoinen he und Jhe den al 
ten begrif des mafc. und fein, lebendig erhält, der im 
dän. den verfcliwiinmt. Anders ausgedrückt, die engl 
fprache kann nicht umhin, oft noch he, Jhe anzuwen 
den, wo die dän. han, hun bei feite fetzend ihr den 
gebraucht. Zwar hat die ausbildung der engl, fpraclie 
gedreht, he und Jhe (Jiis und her, him und her) auf den 
fall des natürlichen gefchlechts, in welchem auch das dän, 
han, hun gefetzt werden muß, einzufchränken, und überall, 
wo das pronomen lieh auf das alte gramrnatifclie genus 
bezieht, die neutralform it, gen. its einzuführen. Den 
noch haben die dichter und das gemeine volk fich die 
freiheit nicht nehmen laßen, fei es zur belebung der 
rede oder aus gewohnheit, häufig he und Jhe, Halt und 
neben des it zu brauchen. In dem abgezognen, logi- 
fchen ausdruck der gebildeten Hände pflegt das unbe- 
ftimmte, ungefchlechlige it den Vorzug zu erhalten, der 
fchwung des dichters und der naive ausdruck des ge 
meinen lebens wählt aber he und Jhe, zumal wenn üe 
Heb auf finnlicbe gegenltände bezielien. Das volk nennt 
alles, was ihm wohlgefällt, was ihm lieb oder vertraut 
i&ijhe: der fchmid feinen hammer , der müller feine 
mühle, der matrofe fein fchif (vgl. oben f. 435); er 
fchützt und fchont diefe dinge wie feine frau. Dichter 
fcheint die allgemeine gefcblechtsregel (f. 359) zu leiten,
        

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