Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

III. genus. grammatijches. fchlußbemerk. 543 
männlichen confonantausgangs kurzen vocal (giba, giba, 
neben jenem fifks, llfk), wo aber im mafc. bereits kur 
zer yocal gewefen, langen (gibos, gibai neben lifkis, 
fifka; tuggo , tuggöns, neben Laua , hanins);.nom. und 
| acc. ineilt zufammenfallend (giba, giba; gibos, gibos; 
1 tuggons, tuggons). Das -os y -dis des weiblichen gen. 
| lg. mag aus dem männlichen -is entfpringen (vgl. oben 
r.314, 4), ohngefälir wie lieh die männlichen plural- 
ilexionen -os y -eis gegenüber den dat. und acc. pl. -am, 
-(ins, -im, -ins erzeugen. Die weibliche flexion ift 
aber eine doppelte, theils eine rein weibliche, d. h. 
durch eigentümliche modification aus dein mafc. con- 
| ftiluierte (wie die von giba, die lieh in dein einzigen 
nom. pl. gibos mit dem mafc. fifkös berührt, und die 
Ton tuggo, die niemals mit hana zufainmentrifft); theils 
' jene männlichweibliche, welche nom. acc. und den 
ganzen pl. mit dem mafc. gemein hat, und bloß den 
gen. dat. fg. (anflais, anftäi) modificiert, oder felbft diele 
beide cafus, folglich die ganze ded. gleich dem mafc. 
formiert (handus — funus). Das neutrum endlich zeigt 
uns die unvollkommenfle declination. Eine reinneutrale 
form ftelit jener reinweiblichen nicht zur feite, vielmehr 
ift das neutrum eine ftete mifchung männlicher und 
weiblicher flexionen, neben der durchdringenden regel 
I unverbrüchlicher gleichheit des nom. und acc., welche 
| gleichheit im mafc. nur feiten, im fern, oft, aber nicht 
immer ftattfindet. Es heißt; vaürd, vaürd; vaürda, 
Taurda; fai'hu, faihu (pl. fai'häu, faihäu ?); hairto, 
hairto; hairtona, hairtona. Die gewöhnliche flexion 
ift nun die männlichneutrale, welche den gen. und dat. 
ganz männlich bildet (vaürdis, vaürda ; vaürde, vaür- 
' dam; faihäus, faihäu). In der, wenige Wörter um- 
■ fallenden, fchwachen decl. zeigt lieh aber zugleich weib 
licher einlluß, nämlich außer den völlig männlich 
gebildeten gen. dat. (hairtins, hairlin, hairtane, hairtam 
oder hai'rtnam?) herfcht das weibliche 6 in dem nom. 
acc. (hairto wie tuggo; der acc. hairto muß nach jenem 
grundfalz gleichlauten, und der pl. -a Etatt des weibli- 
• chen -s annehinen, hairtona*)). Daß diele weiblich- 
neutralen Wörter leicht in fchwache fein, übergehen, be- 
*) das neutrale -a der 110m. acc. pl. verhält lieh wie giba 
zu fifks (daher noch das mhd. diu, diu; blindiu, blindiu auf 
einer liuie mit giba, vaürda; bliuda, blinda), folglich hairtdna: 
tuggtns.
        

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