Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

520 III. genus. grammatisches, ahftracter fuhjt. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
runs, gen. runis und runs, gen. runfls; goth. vr&hs, 
agf. vr6ht; goth. qvums neben qvumfys, alid. chumft; 
goth. frius, ahd.froß; goth. gajuh, ahd. Jsijolit; oft 
weilt derfelbe dialect beiderlei form, z. b. ahd. hruof 
und hruoft; hlouf und hlouft; fcaf und fcqft; wurj 
und wurft; hrif und hrift; ivuof und wuojt; guf 
und guft', wif und wißt (i, 407«)? hugu (mens), hihulit 
(memoria). Allein der unterfchied zeigt lieh, daß die 
unabgeleiteten fubft. lieber mafc. oder neutra, die mit 
T abgeleiteten lieber feminina lind; vgl. laühs (mafc,), 
vluht (fein.), qvums (mafc.), chumft (fein.), goth. drm 
(mafc.), usdrußs (fern.), wenn letzteres aus driufan 
flammt; alid. Tarif (mafc.), hrift (fern.), zuc (mafc.), 
zuht (fern.), wahrfcheinlich auch goth. taühs (mafc.), 
taühts (fern.) u. f. w.; ich fage lieber, denn es gibt 
ausnahmen. Begreiflich fchwanhen auch die gefchlech- 
ter: ahd. apanft (mafc. und fein.), ahd. wiht (fein, und 
neutr.), mhd. volleift (mafc. und fein.), inhd. verlult 
(mafc. und fein.), mhd. litt (mafc.), nhd. lilt (fein.), 
altn. kraptr (mafc.), ahd. ’chraft (fein.), altf. craft (fein, 
und neutr.) altn. mattr (inafc.), ahd. mäht (fern.). Ln 
ganzen aber fcheint das überwiegende fern, den ableitun- 
gen mit T gemäßer, wie wir es auch bei |> finden {werden. 
Zuweilen kann das ableitende T in die Wurzel Ein 
dringen und eine neue ablautsform erzeugen, wie unfer 
flechten und fechten beweifen. Aber flechte iit fchon 
lat. plecto, deffen einfachere form in n)J%o) vorliegt, 
lo wie necto vielleicht unferm nähen verglichen wer 
den kann; auf diefem weg dürfte auch fehtan mit 
pugnare verwandt erfcheinen *). Die von der neuen 
Wurzel fehtan gebildeten abftracta hifeht und feiltet 
habe ich nicht unrichtig f. 485. 487 aufgeführt; wäre 
das ältere feil noch fühlbar, fo würden Ile hierher 
gehören. 
Fehta ift wie cihta, flahta, trahta, zuahta (gramm. 
2, 205) flarkes fein, erfler deck, während alle übrigen 
hier abgeh «nudelten fein, der vierten deck 
folgen. 
In 
ahta und flahta liegt die einfache Wurzel vor äugen, 
goth. aha (mens), ahjan (cogitare), flahan (ferire). 
Man hat wohl anzunehmen, daß ahta und flahta eilt 
aus den fchwacjien verbis ahton, flahtön, wie trahta 
ff) FH _ lat* PG, vergleich %und nCnnt; (pugil) wie 
v!/| naht.
        

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