Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv 
III. genus. grammatifches. abftracter fubft. 519 
finnlicher begrif, aber das goth. gahts erläuternd?; fdtt 
(reconciiialio); fdtt (morbus). Mhd. ddht, anddlit; 
giht (artbritis); vergilbt (confeffio); mäht $ genullt; 
pfliht; gejchiht; gefiht; füllt; trulit; vluht; zilit Lf. 
1? 385 ^ häufiger inzilit; zulit. Nhd. andacht; flucht; 
frächt; gicht; macht; pflicht; pracht; fucht; wucht; 
inzicht; zucht. 
Starke neutra: alid. reht, agf. riht, mhd. reht, nbd. 
recht; abd. lioiit, mhd. lieht (lux); ahd. iviht, bei den 
meiften neutral, gen. wihtes, dat. wihte (oben 1*. 64. 65) 
vgl. inhd. daz wiht Diut. 1,13; wahrscheinlich gehört 
hierher abd. iijoht (ein paar, gefpann) Diut. 1, 511* *). 
Solcher abfiracta auf FT, ST, HT gab es ohne zwei* 
fei manche andere, die uns verloren gegangen find. Ihr 
hohes alter iit im zweiten cap. daraus dargethan worden, 
daß ihr ableitendes T, gebunden durch labial*?, lingual* 
und gutturallaute der Wurzel, den eintlüßen der lautver- 
fcliiebung widerfland, und daß es der ebenfalls uralten 
bildung anomaler praeterita gleicht (9, 212). Es hätte 
auch auf die ähnlichkeit der fecunda fg. in bdufi, qvaft, 
fault (grarnm. 1, 844) gewiefen werden follen. Das frü 
her unerkannt gebliebene Verhältnis des goth, SS ” ST 
habe ich nunmehr entwickelt **), 
Die lehre vom genus gehen folgende bemerkungen 
näher an. Diefe abfiracta drücken den verbalbegrif un 
verändert wie die unabgeleiteten fubfi. aus. Es darf 
alfo nicht verwundern, daß beide arten häufig in einan 
der übergehen > z, b, goth. ]>lauhs 7 ahd. vluht; goth. 
von dem perfonlichen mafc, goth. andbahts (minifier), abd* 
arapaht ifi das abfiracte ueutrum andbahti (minifieriuui) gen. and- 
bahtei» Luc. 1, 23* abd. ampahti abgeleitet. Ich weiß nicht, ob 
lieh noch ein mhd. mafc. ambaht aufzeigen läßt , aber das ueutr» 
ambehte wurde bald in ambet y nhd. amt verkürzt.. 
S zwifcheu N und T fcheint erfi allmälich, aber fchon 
frühe einzutretem Ulph. hat noch kaut (feis),. ku-ufa (feivit)^ 
allein er hat bereits anfis ; ahd. chanfi und chonßa neben chonda;. 
onfia, anfi} das mhd. fubfi. munfi richtet fich nach dem praet, 
munfie> munfia ; das ahd. c/iunfi muß abgeleitet worden fein, als 
man noch chunfia (feivit) fiatt chonfta fagte v doch haben kiturft % 
mnfl ebenfalls ihr U bewahrt; bei vielen andern wirkt gar kein 
anomales praet., z. b. bei fpanft, gefpinft, gewinft u. f. w. Fafi 
diefelbe bewandtnis haE es mit dem F zwifcheu M und T in 
numft, ehumft, von niman, quem an , analog dem lat. fumptus, 
emptio von fumere, emere.
        

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