Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

III‘ genus. grammatifches. abßracter fubft. 503 
und worlbildungslehre nöthig fein, unferm gegenwärti 
gen zweck wäre lie unangemeßen. Hier fei nur be 
merkt, daß das ahd. -i fchon bei N. oft in kurzes ~i 
übergebt (nie aber in -e, das ift e, worin er das frühere 
-i der rnafc. und neutra 2. decl. yerdünnt) und im nhd. 
ganz zu -e wird; fo wie, daß diefes inhd. -e nach 
kurzer itammlilbe apocope leidet, folglich gir (cupiditas) 
oder ger einem ahd. kirt 9 goth. gairei gleichlieht. 
Unerläßlich fcheint hier eine erneuerte und berich 
tigte betrachtung der flexion diefer fubftantiya, wobei 
ich davon ausgehe, daß die goth. managei p mikilei p 
frtdei mit den ahd. manakt, mihhilt, vruott auf der- 
felben linie liehen. Das gothifche paradigma, das für 
uns ältelie, zumeift organifche, ift gramm. i, 609 darge 
lte] lt und unverkennbar fchwachforinig, denn es ftinimt 
vollkommen mit dem thema tuggö bis darauf überein, 
daß der yocal 6 hier durch den diphthongen ei yertre 
ten wird. Dabei muß nun gleich erwogen werden, daß 
gerade fo die goth, weiblichen comparative und part. 
praef. in der fchwachen form flatt o das nämliche ei 
haben, folglich blindozei, Jpedizei (gramm. 1, 756), 
gibandei (l, 1016) gan2 inil managei, fr6dei zuiäm- 
menlreffen. Der grund, warum es blindozei, gibandei, 
und nicht blindözö, gibandö heißt, wie das neutrum hat, da 
doch fonft überall ichwaclie fern, und neutra parallel laufen, 
ift fchwer anzugeben, muß aber tief im organifmus der 
ältelien fprache liegen. Denn auch die altn. inundart 
gibt, yollkoinmen einftiinmig mit der golliifchen, dem 
fein, blindari, gefandi *), unterfchieden yon dem male, 
blindari, gefandi und dem neutro blindara, gefanda. In 
unfern übrigen dialeclen ift diele analogie entw. nicht 
enthalten oder yerwifclrt, z. b. die ahd. fern. lauten 
plintarä, kepanta, ganz wie zunkä und plinta und gleich 
den neutralformen plintarä, kepanta, folglich auch ab 
weichend yon inanaki, yruoti, welchen ein plintari, 
kepanti zur feite liehen follte. 
Kann alfo nicht bezweifelt werden, daß managei 
gleich blindozei und gibandei fch wach förmig find, fo 
mäßen es auch das altn. mildi (clementia), das ahd. ma- 
naki fein und der fg. in dielen drei mundarten hat 
folgendergeftalt zu lauten: 
*) das -i fchreiben zwar die ifländifchen granmiatiker nicht, 
fondern machen den nom. de» fern, dem des mafc. gleich.
        

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