Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
500 III. genus. grammatijches. abßracter JubJt. 
vocal der zweiten Xilbo entfcheidet das agf. bigleoja^ 
bileofa (vicius), das aber fchw. male, zu fein fcheint; 
ein entfp rechend es mhd. bilibe kommt nirgends vor. 
Ahd. apalcivi (remilfiö); mhd. abgründe (abyffus). 
Ahd. urteili (judicium), mhd. urteile und urteil, nhd. 
urtlieil; agf. ordoele; mhd. urgründe kl. 1142. 2407« 
Befonders compolita mit giz. b. goth. gavaurhi 
(lucrum); ahd. gizdmi 0. III. 14,97. 15,33. altf. gi- 
rüni (feeretum), agf. gerfne; aitf. giwirlci (opus); mhd. 
gelceve MS. % 79 a Bf. 2, 677; gevüere Iw. 6539; ahd. 
gifuari 0. I. 4,164; nhd. gerede, gefpräche, gefetz 
u. a. in., vgl. gramm. 2,743« 744. 
Die meilten diefer neutra find aus verbis abgeleitet, 
Harken (wi^i, abulgi, apla^i, quiti) oder fchwachen 
(welti, quetti, gerede, gefetz); keine aus adj., denn 
reiki, haiJi, mari flammen nicht von reikis, hails, inäri, 
vielmehr von reikjan, bäiljan, marran. Auch die goth. 
unledi, unfuti weifen mir darum auf verba. 
Starlce feminina. das Verhältnis der zweiten weib 
lichen declinationen ift in der flexionsiehre nicht völlig 
richtig erkannt und durchgeführt worden; die 1,603 
unter 8; 1,618 unter ±± aufgezählten fein, dürfen der 
zweiten Harken decl. nicht entzogen werden, d. h. 
funja fleht parallel döin harjis wie midja dem inidjis 
(oder midis). Schwierigkeit macht dabei vor allein, 
daß mehrere goth. Wörter, wie bandi, kunfi, bani im 
noin. fg. das -a wegwerfen, im acc. fg. aber behalten 
und überhaupt alle anderen cafus, mit einziger ausnahine 
jenes noin., ganz wie funja, vrakja bilden. Diele di- 
vergenz des goth. nom. j>ivi, bandi *) von dem acc. 
Jüuja, bandja ift nun felir merkwürdig und deren fon- 
Jtiger einflimmung entgegen, da es giba (gratia), giba 
(graiiam), blinda (coeca), blinda (coecain), midja (ine- 
dia), midja (mediain) heißt, findet aber eine gevvilfe 
analogie in dem pronomen ii (ea), ija (eam), und noch 
mehr in dem ahd. adj. plintu (coeca), plinta (coecarn). 
Oder loll man Tagen: wie das neutr. inidjata feine 
flexion ablegen und bloß midi lauten darf, fo können 
> 
wodurch vermifchuiigen mit neutris herbeigeführt werden: 
leunpi (yvwirK) gen* kunf>jis ift Luc. 1, 77« IL Cor. 2, 14 neutrum; 
kunpi gen. kunpjös Philipp. 3, 8 weiblich. So fchvvanken 
auch ahn. ben (vulnus) fern, und neutr. und dem altn. minni 
(neutr.) fteht ahd. minnict (fern.) zur feite.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.