Volltext: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
III. genus. gramviatijch.es. ahftracter fubft. 491 
d. fcliwache mafculiria. Goth. aha (mens); ahd. 
pano (mors), agf. hana, altn. barii; ahd. hufo (acervus), 
nhd. häufe; ahd. zuivo (dubium); inhd. /merze (dolor), 
aus dein ahd. 1t. fern, fmerza entfp ringend; inhd. volle 
(abundantia). 
e. fchwache feminina. 
Nhd. feige; falbe; woche. Mhd. fage; woche. c f*r 
Ahd. freifa (periculum); ila und haha (feftinatio); <***-* 
pipa (treinor) K. 48 a ; faha; falpci; welihas 
Goth. anno (ftipendiuin); mizcld (merces); gajukA 
(fiinilitudo); reirA (treinor); viko (ordo). Altn. klaga 
(accuiatio); feiga (relatio); viha (hebdomas). 
f. fchwache neutra. überall ohne beifpiel. 
Zu diefen verzeichnilfen (von f. 378 an) bemerke ich: 
et, das folchergeftalt unmittelbar, ohne eintretende 
ableitungselemente, aus dem verbo erwachfende fubft. ilt 
delTen reines abbild und drückt vollkommen den darin 
enthalten begrif aus: fclilagen, fchlag; halten, halt; 
rufen, ruf; berufen, beruf; Ich einen, fchein; laufen, 
lauf} kaufen, kauf; rauben, raub; krachen, krach; 
betragen, betrag ; bejagen, bejac; keren, her ; und wachen, 
wache; helfen, helfe; geben, gebe; ehren, ehre; 
lehren, lehre; leiten, leite. Hinzugefügte ableitungeil 
fteigern und verändern die abftraction, man fühlt den un- 
terlchied zwifchen beruf und berufung, ab fchlag und ab- 
fchlagung oder zwifchen jenem fubft. und dem fubftantivifcli 
gebrauchten iiifinitiv : der ruf und das rufen; der kauf 
und das kaufen. Letzterer läßt lieh von jedem verbo 
fetzen; jene einfachen fubft. find auf eine verhältnis 
mäßig geringe zahl befchrä'nkt, die lieh alJmalich ver 
ringert und nicht wieder durch neue bildungen nach 
der analogie erfetzt werden kann. 
ß. in den mit dem ablaut gebildeten fubft. fcheint 
fich uniere fprache einen erlätz bereitet zu haben für 
ihr abgehende aetivparticipia und tempora der Vergan 
genheit. Sie kann dadurch etwas in das fühlt, legen, 
was vielleicht andern fprachen verfagt ilt. Feingefühlte 
unlerfchiede wie zwifchen fchem und fehenn, gebe und 
gäbe, bite und bite, 6/5 und bi% (oder biz), die%, dov 
und du% lind unnachahmlich; wenn diele Wörter oben 
hin genommen' falt daffelbe auslägen, fo muß doch 
früher und urfprünglich eine abftufung ihrer bedeutung 
gewaltet haben. Später genügte eine diefer formen und
        

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