Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
III. genus. grammatifches. Sinnlicherfubft. 473 
lus; in der regel ilt es männlich, 0. II. 21,22. 13,7. 
III. 4,87. gen. liutes, dat. Hute hyinn. 17,2. acc. Hut 
Iiym. 26,11. 0. II. 13,16. III. 6, 30. pl. liudi J. 355. 
357. 385. 394. liutt gl. Hrab. 953 a Bild. 0. II. 13, 49- 
14,41. gen. liudeo J. 407. liuteo K. dat. liudim J. 378. 
390. liutin 0. II. 11, 117. INT. 6, 111; doch galt daneben 
ein iieutrum, vgl. da5 liut W. 31, 14 und cZef liuli 
Ecc. fr. or. 9, 941, 943, während es W. foult männlich 
fetzt. Mhd. halten lieh mafc. der Hut und neutr. da5 
Hat Mar. 45. 58. klage 1125 fait die wage, pl. die Hute 
*Nib. 991, 4. 1001, 2* klage 1199 und diu Hute Mar. 
häufig. Nhd. gilt bloß die pluralform, der kein genus 
kann angel'ehn werden. Auch in den aBf. und agf. 
quellen begegnet fall nur der pl. liudi (gen. liudeo), 
leode (gen. leoda), die ich für männlich halte. Altn. 
belieben das mafc. lfdr und fern, liod neben einander, 
beide populus ausdrückend. Goth. draühts (populus, 
plebs), ahd. truht? mhd. trut (agmen) MS. 2, 80 a für 
traht? altn. drött (fern.), von welchen drauhtins?, tru ti 
tln, drötdnn (dominus populi) hergeleitet find, verfchie- 
den fcheint das ahd. neutr. trufi (agmen) gl. Jun. 233* 
vgl. nhd. trofs (mafc.). Ein fehr verbreitetes, im goth. 
aber mangelndes wort ifi das ahd. völlig volc (populus), 
mhd. voley nhd. volle; agf. folc, engl, folk; altn. folk, 
fchwed. dän. folk, womit das kret. nob/og für oyfkos, 
lat, vulgus, volgus, das flav. pik, polk, pluk (turba, 
agmen) Dobr. inlt. 418. litth. pulkas (agmen homi- 
num vel pecorum), lett. pulks verglichen werden darf; 
wenn auf letztere nicht das altn. flockr, agf. floe 
(mafc.), die gleichfalls agmen bedeuten, näheren an- 
fpruch hat. Jenes volil, folc, folk ilt beliändig neutral; 
nur in N. vogl (populus) pl. 94, 3 und 0. III. 25, 
53. 26, 58 folk dringt das mafc. vor. Eigentümlich 
ilt das altn. mugr, mugi (multitudo) mafc., verftärkt 
almügi (plebs), dän. alrnue (vulgus); mugi bedeutet im 
grund acervus, wie agf. muga (mafc.) und entfpricht 
dein ahd. hufo, nhd. häufen, wie wir lagen: der große 
häufen (plebs). Andere benennungen für turba, agmen, 
multitudo find agf. eorod; agf. verod, veorod; agf. 
corlSer (wovon gleich nachher noch); goth. ahd. hanfa 
(cohors), und das ganz abltracte goth. managei (fein.), 
ahd. manakiy mhd. meriege, nhd. menge. 
Einigen der angeführten ausdrücke lagen glaublich 
zalilverhältnilTe zum grund. I11 der edda (Sn. 197* vgl. 
rechtsalt. 207) befindet fich eine merkwürdige angabe
        

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