Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

468 III. genus. grammatisches. Jinnlicher fubjt. 
fufurrus, fibilus, ululatus ausdrücken, find wie die latei- 
niichen, fall lauter mafc. f und nur zuweilen neutra, nie 
aber fern.; es fcheint, die fanfte, dehnende weile, 
welche dem weiblichen genus eigen ilt, vermag den 
durch die luft brechenden, fchneidenden laut nicht zu 
bezeichnen. Diele regel erprobt lieh fchon an den nlid, 
Wörtern fchall, laut, ton, klang, krach, faus, braus, 
lärm, zifch, pfif u. a. in. an dem ahd. do^, dü^, agf, 
fveg, dreäin (jubiluin, entzückung, trauin) und derglei 
chen. Hier handle ich bloß von den inftruinemten. 
Alle lanften und weichen fcheinen weiblich. Aus 
goth. fviglja (tibicen) darf man ein lein. Jvigla (tibia, 
fittula) folgern; ahd. fuehala, faegala, in den glolTen 
und 0. V. 23> 3965 fuekalari (tibicen); zuiaminengefetzt 
fuegilpein> weil eine röhre dazu gebraucht wurde; 
mild, fuegele (glolf. zu Barl.) und noch heute in Ober- 
deutfchland fchwegel, vgl. Slald. 2, 358. Hofer 3,128; 
ans agf. fveg (fonus) itt nicht dabei zu denken, eher 
an agf. fvegel (coelurn), denn ich finde bei Lye fvegel- 
horn (luba coeleftis), wenn dies nicht bloß tuba bedeu 
tet? Ahd. phipha, -ün (tibia, röhre, bein, vgl. pein- 
jtfci Diut. 1, 528 b ); mhd. pfife, nhd. pfeife$ altn. pipn, 
dän. pibe. Agf. lwifile (filtula) fern., engl. wJiißle, 
hvijilere (tibicen). Mhd. floite MS. 2, 6l b , nhd. flok 
ilt das franz. flute; fchalemin Wh. 1, 98 a , nhd. fchal- 
mei das franz. chalumeau (aus calarnus). Ein faitenin- 
ftruinent der allen Franken, die chrotta y wird von 
Yenant. Fortunatus p. m. 170 genannt, hiernach kann 
ein ahd. hrotta verinulhet werden, das aber bei 0. V, 
^WA?Pf u^t 23, 397 fchon rotta heißt; mhd. rotte Parc. 4269* Trift, 
7^,/^ 11365. 13166. allfranz. rote; nach IN. (von der mufit), 
( ] er ro f a f fchreibt (vgl. pf. 91,2), find lieben faden 
* vip- * 10 darauf. Ahd. Ifra, -ün, mhd. live, nhd. leier, fchon 
felir früh aus dem lat. lyrci, gr. Xvqw eingeführt. Die 
, V)9' 
JnM4.fr 
j rf/ 
ableitung von harpa (bei Yenant. Fort.), agf. liearpe, 
altn. harpa, ahd. harpha, mhd. harpfe, herpfe, nhd, 
harfe aus ccqni] (haken, fichel) ilt aber ungenügend, 
Ob aus irgend einem grund die mhd. fwalwe (fern.) 
Parc. 18628. 19820, im Tii % fchwalbe, nach dem vogel 
benannt wurde, weiß ich nicht; es war eine koftbare, 
englifche harfe. Ahd. ficlula 0. V. 23,395« mhd. vi- 
dele, nhd. fiedel; agf. JilSele, engfiddle, fcheint aus 
Jidicula, gleichwohl wegen des kurzen vocals und aus 
gewognen C in ältefter zeit gebildet. Mhd. glge (vier- 
faitig) Parc. 4269* Tritt. 11365. nhd. geige y altfranz.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.