Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
III. genus. grammatifches. Jinnlicher fubft. 459 
freckenh. rolle 16,5. 27, 1. mnd. molder, in latein. urk. 
des mittelalters mcildrum, pl. maldra$ betrug weit 
weniger, und kaum die hälfte eines inutti, muddi, wie 
Reinm. v. Zweier 2, 124* lehrt *); die Wurzel ilt wahr- 
fcheinlich malan, weil das getraide beim vermalen 
geineßen wurde. Agf. mitta, -an (inafc.), dem lat. 
chorus, corus entfprechend, folglich größeres umfangs 
als jenes muddi, inutti, dein es auch wörtlich unver 
wandt ift. Denn mitta gehört wohl zu initan (inetiri) 
vgl. goth. mitdf*s (menfura, ein abftracter ausdruck) 
und ift das nhd. metze (fern.). Ahd. fcefil (inodius, me- 
dimnus), nhd. fcheffel, altf, fcepil (wofür aber am 
fchluß der lex Sax. die hochd. form fceffil), mnd. fcepel^ 
plattd. fchepel, überall inafc. und von dem einfachen 
i'caf, fcap (f. 456) abgeleitet **). Altf, meltethi (neutr.) 
freckenh. 34,2- mnd. meltede Wigands arch. 4, 279, 
nach welcher letztem ftelle das meltede 17 fpikerfchepel 
(fpeicherfcheffel) faßte; es mag damit ein gebräu getrai- 
des gemeint fein, von der Wurzel malt (polenta), die 
ahd. form würde lauten melzidi. Unfer nhd. fechter 
(raedimnus) inafc. entfpringt aus dem lat. fextarius y 
ahd. ift fextari 0. II. 8, 62 ein maß flüßiger dinge. 
Daß ahd. Jätil (neutr.) T. 64, 1 fcheint gleichfalls fremd 
und gar nicht verwandt dem altn. neutr. fäld, das ein 
mal cribrum bedeutet, dann aber inenfura aridorum und 
fluidoruin. Agf. cff {inodius) dat. cyfe (Matth. 5, 15), viel 
leicht mit cupa verwandt? Ahd. Joum (eigentlich farcina, 
cäyfid), mhd. Joum, nhd. Jauin, agf. Jectm, altn. J'aumr, 
überall männlich, dient zum maß trockner und flüßiger 
fachen, vgl. üben foume inet u. lutertranc Kib. 909, 2* 
der engl, feam getraides wird acht fcheffel gerechnet, 
in einer weftphäl. heberolle aber der fhme fünf fcheffel 
haber oder dreie rocken (Wigands arch. 4, 285). Auf 
ähnliche weife verwenden wir die ausdrücke laß (fein.) 
und fuder (neutr.) als maße, ffe bezeichnen urfprüng- 
lich: was von einem pferd kann getragen, was auf 
einem wagen kann gefahren werden, vgl. Geo. 1305 
ein houwes fuoder, und ein char heu. MB. 27, 76 
(a. 1320). Es wären noch manche provinzielle be- 
*) diefe Helle gibt folgende Hufen an: 1. muntpol (mump Fel) 
vgl. rechtsalt. 100. 2. hantvol (hampfel) , 3. fcho^vol, 4« malten 
5. mutte. 
**) da3 nhd. u/ifpel foll zufammengezogeu fein aus wihfcepel 
f, Frifch.
        

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