Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
III. genus. gravimalifches. finnlicher fubft. 451 
handfkc angewandt. Es gab aber ein älteres einfaches 
wort, ahd. want?, das noch aus dem inittellat. ivantus 
(Waltharius 1422), ivarito, guantus, guanto (rechtsalt. 
152), -Franz. gant, ital. guanto zu erkennen iit und im 
ahn. vöttr (mal'c.) ~ vantr (wie möttull zz inantull) 
und vetlingr (mafc.) fortlebt; dän. vante. Agf, glbfa 
(chirotheca), engl, glove, altn. glofi, fammtlich male, 
■vielleicht aus dem 1*. 404 angeführten iöfa und der par- 
tikel ge- entfprüiigen, gelöfa? Das rnhd. fiuche 
(mafc.) Gudr. 5544. MS. 2, 192 a ift eine nicht bloß hand 
fondern den ganzen arm wannhüllende bedeckung, nhd. 
/tauche; ebenfo das altn. mujja (fern.), nhd. muff (mafc.). 
Kopfbekleidung. Ahd. huot (pileus, initra), inlid. 
liuot, mhd. hut, nnl. hoed; agf. h6d, engl, hood; 
dem nord. dialect fehlt diefes wort, dafür befitzt er 
ein anderes ähnliches, aber Ton verfchiedner Wurzel, 
ailn. hattr (pileus), l'chwed. hatt, dän. hat, wiederum 
männlich, das lieh gleichfalls im agf. hat 9 engl, hat 
(pileus, wogegen jenes hood mehr initra) findet und 
etwa in dein mhd. neutr. hee^e oder he5 (Oberlin 665) zu 
luclien ift, das noch jetzt in Schwaben ließ lautet, aber die 
ganze kleidung bedeutet, wie das agf. häter (veftitus). 
Den hut tragen männer wie fraueil und compolila be 
zeichnen befondere arten. Auch das fern. mhd. hübe 
(cucullus) MS. 2, 75 b , nhd. haube, nnl. huif ; agf. hufe, 
gen. -an (tiara); altn. hufa (pileus), fchwed. hufva y 
dän. hue bezieht fich auf beide gefehlechler. Das gram- 
matifche genus von hut und haube bildet aber einen 
hervorftechenden gegenfatz (vgl. f. 359 anm.). Für die 
frauen kommen im alterlhüm Yerfchiedne arten von 
hauptbiriden vor, deren benennungen zum tlieil fol 
gende gewefen fein mögen. Agf. fnod (cappa, vitta), 
i'noda (vittarum) Mone 6257, das genus wage ich nicht 
zu beltimmen, vgl. altn. fnod (lanugo) neutr. Ahd. 
fnuoba (vitta) fein. gl. Jun. 187. vgl. fnuobuli (murae- 
nulae) gl. inonf. 323« 332. 353 und das altn. fnüa (dre 
hen, winden). Mhd. bezel (calantica) Parc. 23319, nlid. 
betzel (fein.). Der gewöhnliche mhd. ausdruck für 
diefes frauliche houbtgewant (Parc. 15154) houbetge- 
bende (Parc. 23318) ift das fein, rtfe En. 12027» MS. 
1,159 b 2, 56 b 57 b 126 b Wh. 1, 100 b 108 a Trift. 1267. 
verkleinert rifelin Parc. 11747. vielleicht gehört es zu 
der Wurzel rifen (nr. 171). Ahd. houpitpant (diadeina) 
drückt auch den begrif von kröne aus, welchen Ulph. 
durch das goth. fern, vipja und das mafc. vdips gibt, 
Ff 2
        

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