Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

448 HI, genus. grammatijclies. finnlicher fubft. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
fcheint aus dem lat. mantele, mantelum. Altn. /kiclja 
(pallium) fern. Agf. päll, pl. pällas (pallium) inal'c., 
engl. pcill; mlid. pjelle, pfellel, pfeller (male.) ver- 
räth feiiie fremdheit. Ahd. chozo (lacerna) mafc. Iloffin. 
14, 19* iöhd. kotze. Altn. faldi' (peplum) mafc. Altn. 
fveigr (peplum) mafc. Saem. 102 b bei Biörn collare. Das 
nhd. fclileier nimmt lieh in der früheren fprache fremdar 
tig aus, mild. /I6ir (mafc.) fall nur bei Turlin Wh. 1, 100 b 
105 a 108 a 112 b 131 a und Diut. 1,374-376- (neutr.); nnl. 
Jluier (mafc.); dän./Zor, flöer (mafc.), fchwed./Zo/a (fern.), 
doch kenne ich kein ausländifches iiiinmendes wort. 
An mantel, laken fchließt lieh auch der begrif von 
decke, Itragulum, aulaeum. Die mhd. Wörter kotze, 
pfeller bezeichnen zugleich diefes. Das altn. fern, bol 
pl. boekr, fonft Über, codex, druckt in der Edda eini 
gemal Itragulum aus, Saein. 223 a 266 a . Ebenfo blceja, 
blcea Saein. 223 a 263 b (Itragulum, velum) fern.vgl. 
dän. ble (windel) neutr. 
Altn. rögg, gen. röggvar fein, bedeutet finus, plica 
veftis. Goth. Jkduts (fimbria, lacinia) mafc. altn. Jkciut 
(neutr.), ahd./cog, agf. feedt, vgl. oben f. 406. Ahd, 
kdro (fimbria), mhd. gere mafc. vgl. rechtsalt. 148* 340* 
940- Agf. greacla (linus). Ahd. trddo (fimbria) male, 
T. 60, 4. O. III. 9,18*. Nhd. der zipfel; mhd. der fivqnz 
(ein herabhängendes kleid) MS. 2, 56 b 94 b , vgl. fwenzel 
MS, 2, 62 b 193 b fragm. 18° 19 a . Aufhellung bedarf noch das 
mhd. neutr. mnoder, nhd. entftellt in mieder und auf die 
br aßbekleid ung der frauen befchränkt. Das mhd. muo- 
der fcheint umfaßender Wh. 1, I4l a 2, 24 b und wird 
MS. 2, 95 a als ein fiück der mannskleidung genannt, 
vgl. Gudr. 4699 üf des mers muoder (maris tegmine) 
d. h. den wellen. 
Balteus, cinguluin. Ahd.pcilz voc. S.GalÜ. gl. fior.983 a 
Lindenbr. 998 a Ebner. 1004 b vindob. 145. wahrfcheinlich 
mafc.; agf. beit, engl, beit; altn. belti (neutr.), fchwed. 
halte, dän. beite; mhd. und. nhd. ift balz ausgeliorben. 
Die verwandtfehaft des lat. balteus, ital. balteo, franz. bau- 
drier (vgl. balderich HoJfm. 15,9«) liegt am tage, der deut 
sche ausdruck fcheint aber weder fpäter entlehnt, noch 
der regelmäßigen lautverfchiebung zufagend, der knoten 
iteckt vielleicht darin, daß den Römern felblt balteus 
oijne vox peregrina war (Varro). Übrigens haben auch 
wohl das baltifche ineer und die meerenge der beit 
davon ihren namen. Altn. lindi (balteus) mafc., ur- 
fpmnglich von ündenbaft, ein ahd. lirito kenne ich
        

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