Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
428 ///• g&nus. grammatijches. ßnnlicher fubft. 
wohl auch altf. ausdtucks Idr zu erwähnen, cleiTeu 
genus und eigentliche bedeutung unhcher lind, doch 
muß die letztere dornus, aedes gewefen fein, es lind 
damit' eine menge Ortsnamen wie Göfslar, Fritzlar, 
Buttlar, Mecklar u. f. w. zu famm&rig efe t zt und bei 0. 
ilt davon das abgeleitete neivtr. gildri (habitatio) übrig; 
darf man dabei an das lat. lar (hausgott und heerd) 
denken? Endlich altf. rciktid (dornus) Hel. 130,20. 
159» 4* agf. reced wahrfcheinlich neutr. 
Templum. goth. alhs fern.; altf. alah rnafc. Hel 
3, 20, 22. 4, 2. 129, 22. 130, 19- 157, 16- agf. alh male. 
Cädm. 71, 6 (wo iin acc. alh-n lieht , fehlerhaft für 
alh?); ahd. muß auch alaha/ac gegolten haben, wie 
man aus dem urkundlichen namen älahftät (in pago 
Hairorum) Schannat nr. 404 (a. 834) — ägf. alhliede 
Cädm. 89,24 und alahdorp, ib. nr, 476 (a. 856) lieber 
entnimmt. Altf. wlh (templum) mafct Hel. 3, 19* 4,3. 
6, 22. 6, 1- 129, 23. 169* 1V agf- vih, vtg rnafc.; dem 
Wi.Mm. altm ve (afyluin, facra) neutr. pl. verwandt, das aber 
in allen ausgaben mit kurzem e gefchrieben wird, vgl 
Odins ve (Odini facra), Odenfee, auf Fülinen. Vielleicht 
ift umgekehrt im altf. u>ih, agf. vih, kurzvocalifcli 
zu fchreiben? wie ich faß: aus dem agf. namen des 
altars vigbed (gleichfam lectus templi) fchließe, denn 
diefe zufammenfetzung hätte fich fchwei l ich in veo- 
fod entftellt, wenn früher vigbed gefprochen worden 
wäre *). Ahd. haruc (templum, fanuin) rnafc.; agf, 
hearg; altn. hör gar (arae idolorum) pl, rnafc. vgl. 
rechtsalt. 794* 903« Außerdem dienen die vorhin 
genannten ausdrücke hus, hof und rakud, etwa mit 
heifügung eines adj. oder gen., zugleich zur benennung 
der tempel. Daß nach der einführung des chriitenthuins 
die von den Heiden gebrauchten namen verfchrnäht und 
durch die fremden kirche, münfter und tempel allmälicli 
verdrängt wurden, läßt lieh erwarten; noch im mittel- 
alter wandte man betehus auf heidnifche tempel an, 
vgl. Barl. 338, 40. bedehus Maerl. 1, 326. 
Ich Ich reite vor zu verfchiednen benennungen, die 
einzelne bald kleinere, bald größere theile des haufes 
bezeichnen. Goth. he$>j& (cubiculum) fern., inangelt 
fehlt, ich halte darum das wort lieber Für mideutfch und dem 
deutfehen tuom, goth. d6/ns (iudicium) unverwandt. 
*) wih (templum) bleibt dennoch mit wlh (facer) verwandt, 
nach der formel gramm. 2, 18. ur. 201*
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.