Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

414 III. genns. grammatifches. finnlicher fubft. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
avne, fa'mmtlich fein. Dagegen fcbeint das collective 
in folgenden neutris zu Weilten : ahcl.Jpriu, T. 13, 24* 
O. L 27,130. mbd. Jpriu MS. 2, 172 b troj. 12696, nur 
das nhd. J'preti iit weiblich geworden. Agf. ceaf, engl. 
chaff, nnl. kaf. Al ln. fis. Altn. hif 'mi. Vgl. noch 
das ahd. fein, gabijja (rpiscfuiliae) grarnm. 2> 321* 
13. Ackerbau (mlid. ackerganc. MS. % 255 a troj. 975,1)* 
Alle die beliellung des feldes, eins der allelien und 
nothwendigtten gefchufte, betreffenden Wörter lind auch 
für die geldiichte der fprache befonders anziehend und 
geben zu mehrfacher belraclilung anlaß. Das Werkzeug, 
welches die erde durchleb neidet und zu aufnahme des 
eingeworfnen farnens gefchickt macht, war den meiften 
Völkern des aiterlhuins geheiligt. Unfere Vorfahren 
fcheinen es fich fall als ein belebtes w r efen gedacht zu 
haben *). Dem pflüg, ahd. pjluoc, inhd. pfluoc, langob, 
plovus (I. Roth. 293), altn. pldgr, fcliwed. plog, dan, 
plop, ploug, altengl. plow, neuengl. plough, wird ein 
haupt und ein fchwanz zugefchrieben, die buris hieß 
ahd. pfluoges houbit gl. Jun. 281. Moffin. 17, 26, die 
ltiva pfluoges zagel gl. Jun. 281. nnl. ploegftaert und 
noch heutzutage lind uns pflughaupt, pjlugflerze (fein,) 
gewöhnliche benennung, engl, ploughneck (collum aratri), 
plouglitail; fcliwed. ploghufpud, plogjtiert ; dan, 
ploughoved, plougfliärt. Hieraus würde lieh auch das 
durchgängig männliche genus **) erklären. Allein es ift 
noch zu bedanken, ob pflüg der äl teile und echte deul- 
fche ausdruck für den ganzen begrif fei? zwar nimmt 
man richtig an, daß ihn flavifclie und litth. Völker init 
dein Werkzeug erft aus Deutfchland überkommen ha 
ben -f): poln. ferb. plug, böhm. pluh, litth. plugas 
doch icheint er auch den Deutfchen zugeführt, da pflüg 
aus keiner deutfchen Wurzel abgeleitet werden kann ff) I 
und die deutfcliheit aller anlaute F, PF verdächtig ift, 
Dazu kommt, daß Gothen und Angelfachfen das wort 
nicht kennen. Goth. höha (aratrum) Luc. 9, 62> gleich 
falls männlich, dem ein ahd. huoho gewis entlprach, 
*) v &k den pfluoc tvifen troj. 9743, welches verbum foult 
auf belebte fach eil bezogen wird. 
#*) zuo einer pfluoge. amgb. 2a; vielleicht einem? 
*f) pflüg gerruanifch, haken wendifch. Krufe archiv 1, HO* 
deutfehe alterth. 2, 56» Wegen liagken f. Schm. 2,164« 
ff) pfleg™ (folere’) ließe fleh auf den begrif von üben (lauft 
üben, bauen) erflrecken, zeigt aber im ablaut kein 6, uo.
        

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