Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
III. genus. grammatifches. fifinlicher fubft. 383 
der bedeutung fretum und portus; die Wurzel fcheint 
haben (tenere). Das altn. brirn, agf. brim neutr. be 
zeichnet inare, aequor, eigentlich, aber das an die hülle 
fchlagende, brandende meer. Das altn. male, lögr, gen. 
lagar (aqua, inare) entfpricht dem lat. lacus mal'c. und 
war, auch im agf. lago, ahd. lägic (einem der runen- 
namen) vorhanden. Agf. egor (aequor) neutr. Ahd. 
far (lretmh) neutr. 0. III. 8, 16 von faran (ire, Irans- 
fretare) linde ich in keiner andern mundart, altn. far 
/ A J *. z-.XcJ>. 
(navis) neutr. Altn. agf. ('Und (fretum) neutr.; altn. ^ 
ver (inare) neutr. * 
Von der bewegung des ineers hergenoininen lind 
altf. flocl (male.) Hel. 34, 20. 35,16. 89, 19- 91, 12 (ne 
ben thiu 90, 11 belteht die Variante the); das agf. fl6d 
ilt neutral (Matth. 25, 39) ebenlo das altn. jldd; das 
ahd. vluot (diluvium) fluofiät Diut. 1, 140 (vgl. gramm. 
2, 235) aber fern. T. 146* pf. Lipf. 64, 8. .doch mochte 
lieh auch das mafc. finden; inhd. vluot meili fern'. 
Ben. 182. 258. Mb. 367, 1- 392, 7. 1318, 2. zuweilen 
male. Gudr. 4668. 4825? nhd. flut fein. Goth. y&gs 
(iluctus); ahd. wac; altf. wäg Hel. 69, 6. 90, lß 
(89,13 ftatt thea vielleicht thena?); agf. veeg pl. vaegas; 
altn. vägr, vogr; mbd. wcic Mb. 1467, 3. 1492, 1«; 
jiberall männlich, erlt nhd. die woge fern. Das nhd. 
wort bezeichnet aber auch weniger das gefammte mö 
gende waßer, als die einzelne welle. 
Den wellen fcheint nun fonlt durchgängig weibli 
ches genus zuzuftehen. Ahd. undea, unda T. 52, 2* 
0.1. 3, 22- 26, 8- III. 8, 26, altf. uthia Hel. 68, l4 r 
89, 9* 90, 14. agf. yS, altn. unn, inlid. ünde Mb. 1061, 
4. 1318, 2. 1511, 3- “ lat. unda. Ahd. wtlla N. 41, 8. 
64, 8. 88, 10. 92, 4. 107, 25, 29- mhd. welle, von wel- 
lan (volvere, bullire) vgl. dag gewille. Lf. 1, 336. 344> 
fo daß die goth. form wäre vilva? vgl. flav. vlna 
(Dobr. inft. 112), litth. wilnis fein. Befonders reich 
an 
ausdrücken ilt hier die altn. mundart : 
'ja (a 
tumendo v vgl. ahd. pelkan), Icliwed. bölja, dän. böige $ 
altn. bära (vöm lieh erheben); alda, gen. öldu; iolga, 
fonlt auch 6lga; hrönn, gen. hrannar. Und der nord. 
mythus Hellt die wellen als weißgefchleierte Jung 
frauen dar, als töchter des Aegir und der Rän. Snor- 
raedda p. 124. 125. Hervararf. p. 478. 479. 481* ed. 
liafn. War aber Aegir (Neptun, Pofeidon) ein gotf* 
Rän (Thetis) eine göttin; fo fcheint lieh auch das 
männliche genus von fäivs, lagus, das weibliche von
        

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