Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv 
III. genus. grammatijches. finnlicher fubjt. 375 
lilienblume für rofe und lilie (vgl. grairnn. 2, 548)* 
wodurch dann auch ihr genus beftiuunt wurde. 
Blume felbß iß organifcherweife, wie das lat. ilos, 
nur mafc., goth. bldma (überlebt Matth. 6.* 28 uqivov')) 
ahd. pluomo J. 402. gl. Hrab. 964 a ker. 132. Jun. 389* 
ff, 102, 15. altn. blömi, inhd. der bluome MS. 1, 28 a * b * 
160 b 2, 97 b Barl. 64, 32. 274, 25. Triß. 8274- 42647, 
doch fchleicht lieh das fern, frühe ein, fchon 0.1. 16, 
47 thiu bluama und W. 14, 1; inhd. diu bluome Triß. 
11529 (2ur Vergleichung der Ifot) a. w. 3, 2235 nhd. 
entfehieden weiblich *). Agf. bl&fma und bldßma 
inalc,, altn. bldmßr neutr. fchwed. dä’n. blomßer neutr., 
I verallge- 
ableitung den 
begrif 
weil die zu tretende 
weinert. 
Die blume war gipfel der gefialtentwicklung einer 
pflanze, anders angefehn wird die aus der blüte hervor 
gehende frucht; diefe iß wie das junge thier, wie das 
ei, neutrum. Den echtdeutfchen **) ausdruck lehrt uns 
das goth. akran (zuQnos) neutr., altn. akarn (glans)f); 
die frucht von kleinen pflanzen heißt goth. kaum 
(frumentum), ahd. chorn, inhd. nhd. körn, agf. corn, 
allf. altn. körn, überall neutrum; von dem flarken 
neutr. kaum (Giros) Marc. 4, 28. Luc. 3,17. 16, 7. un- 
terfcheidet aber Ulph. ein fchwaches neutr. kaürrib 
{m/tos) Marc. 4, 31. Luc. 17,6. Joh. 12,24, welches 
letztere in form und ßnn ganz zu dem lat. granum 
ftimmt. Diefem kaurnö gleicht die bedeutung des ahd. 
male, chemo, inhd. kerne, nhd. kern. Frucht der 
ftauden iß goth. baß (bacca), ahd. peri, inhd. ber, altn. 
ler, überall neutr., erß nhd. beere fein, und nnl. bes, 
hezje fein. Frucht des gartenbaums aber ahd. opa% 
gl. Hrab. 964 b mhd. o&eg, nhd. obfi; agf. ofät; nnl. 
ooft, durchgängig neutral; mangelt der nord. rnund- 
art-J'f), fcheint aber in einige llavifche übergegangen: 
*) das ital. fiore, wie flos, mafc.; das fpan. flor, frauz. 
jleur fern. 
unfer fern, frucht, aus dem lat. mafc. fructus, franz. 
le fruit, ital. frutto male, (unterteil. frutta fern, obft) erfcheint 
bereits altf. fruht• Hdl. 73» 10 (var.). 
f) Dig. L. 16) 236 *. glandis appellatione omnis fructus con- 
tiuetur. 
ff) das gothläud. gefetz cap. 69 (Schild, p. 85) hat dafür eiu 
anderes neutr, fkafi, eigentl. pomum iilveftre. Ihre 2» 545*
        

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