Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
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368 IU- geruis. gramnialifches. finnlicher JubJt, 
mafc. ahd. wibil (fcarabaeus) Diut. 2,372. nlid. wibel 
inafc. ahd. engirinc (gurgulio) inafc. wahrfcheinlich von 
angar (campus) abgeleitet. Unter heutiges fchmet- 
terling (papilio) mafc. und raupe (eruca) fern, lind 
weder ahd. noch mhd., jener hieß ahd. vivaltra fern., 
in oberd. volksfprache fifalter, feifalter, pfeif alter, 
zwiefalter inafc. Schm. 1, 530 vom falten der Hügel; 
rupe begegnet zuerft in mnd. ungedruckten glolfeu, 
nnl. 7'ups, rupze, die ahd. benennung war grajawurm 
nnl. grasworm und arviza gl. llor. 984 b *). Ahd, 
mhd. las (pediculus), nhd. laus, agf. altn* lus immer 
weiblich, ebenfo ahd. ni^ (lens), altn. nit (nicht nyt), 
nhd. bloß im pl. die nifle ; ahd. vloh (pulex), ich weiß 
nicht, ob inafc. oder fein., mhd. diu fl6 Bon., nhd, 
der floh, altn. fl6 fein., das identifche pulex inafc., 
das flav. blocha fein. (Dobr. inft. p. 115). 
2. Bäume und pflanzen. 
Generifcher ausdruck für alle großen gewächfe war 
goth, triu, agf. treov, altn. tre, überall neutrum, gleich 
dem flav. drevo, gr. öoqv von der felben Wurzel; und 
weil der begrif arbor übergeht in den von lignum, 
filva, fo war auch ahd. holz, agf. holt, altn. holt, und 
das ahd. witu (lignum) 0. II. 9? 85 neutrum. Ein mhd. 
neutr. u>ite, ivit ift unlicher, denn Parc. 1041. troj. 
41008 dürfte es mafc. fein, wie MS. 2,188 b der acc, 
den wite fleht. Auch ift das agf. vudu, engl, wood, 
altn. vidr entfehieden männlich. 
Das goth. bagms, ahd. poum, nhd. bäum, agf, 
bedm, altn. badmr muß fpecieller fein als triu (denn 
man tagte z. b. veinatriu, vilis, niemals w einbauin), 
und darum fcheint es mafc., desgl. das altn. mei%r, 
während das lat. arbor fein., das gr. Sivd^ov> wie jenes 
triu neutr. ift. 
Bei den einzelnen bäumen läßt lieh der im thier 
reich deutliche grundfatz nicht geltend machen, daß 
große und ftärke für männliches, kleinere geftalt für 
weibliches genus entfeheide; gerade die liöchften und 
mächtigften bäume fehen wir feminina. Auch den 
Griechen und Römern waren die ineilten bäume weib 
lich. Den grund davon fuche ich entw. in der be- 
fchränkteren lebensthätigkeit der unbeweglichen bäume 
'*) huntesfatal (eruca) Diut. 2, 372* Hör. 984 a iß lunfehreibung.
        

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