Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

350 III. genus. gramviatifches. perjonißcation. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
(folis menfis) und folfece (folfequimn) zu folgern *), felb- 
lländig kommt nur funrie, gen. funnan, meines wißens 
überall weiblich vor. Altn. gewöhnlich J61, gen. folar, zu 
weilen funna, gen. funnu, beide beltändig fein. **) vgl, 
Ssem. edda 49 b ; fcliwed. und dän. nur fol 9 und weiblich, 
Auch mhd. in der regel weiblich diu funne, gen. fun- 
nen Maria 9- 13- 60. 174. 189- 225. a. jTit. 131. Bare, 
34. 9005. Nib. 556, 1. 1564, 2. Barl. 240, 28. 24l>34, 
MS. 1, 5 a 19 a 29 a u. f. w., obgleich daneben und oft in 
deinfelben werk das mafc. der funne vorkoimnt, z. b, 
Maria 2> 14. 104-132. 156 (vorzüglich auf Gott und Chri- 
fius angewendet) MS. 1,28 a 46 b 47 a 2, 2 b 26 a 132 a 192 b 
193 a 230 b amgb. 47 b , fo daß inan nichts dialectifches 
darin fehen kann. Im nhd. ilt fonne entlchieden weib 
lich , ebenfo im nnl. zon oder zonne. 
Das männliche gefchlecht des mondes leidet wenig aus- 
nabmen: goth. mena Marc. 13, 24, ficher ein mafc. (gen, 
menins), denn ein Ilarkes fern, mena (gen. mänös) wäre 
wider alle analogie; ahd. mäno, gen. mänin, male.; agf, 
m6na, gen mönan, mafc.; altn. mdni, gen. mäna, mafc,; 
mhd. der mäne meiftentheils, nur zuweilen diu mäne 
eod. pal. 361, 71 b befonders neben dem mafc. funne, z. b, 
diu mäne unde ouch der funne. amgb. 47 b ; auch innd. de 
mdne fern, in Detmars lüb. ehr. 1,165, in einer gloffe bei 
Mone 1, 295. innl. mane fern. Stoke 3, 257. und fo gebrau 
chen die heutigen Niederländer ihr maan weiblich, doch das 
nhd. mond ilt wie das fchwed. m&ne männlich geblieben, 
Die altengl. und engl, fprache pflegt auf fun männ 
liche, auf moon weibliche pronomina folgen zu laßen, 
z. b. Phebus the fonne, he was nigh. C. T. 10362; Oie 
fun in bis briglitnefs , the rnoon in her wane, obgleich 
neuere fchriftfteller in beiden fällen its vorziehen würden. 
Diefe abweichung von dem organifinus unferer fprache 
dürfte man aus dem einfluß der lat. oder franz. erklären, 
wenn nicht, mindeitens bei der fonne, die goth. und 
ahd. Ausnahmen ein höheres alter in anfpruch nähmen. 
Sie können fich alfo auf eine frühe verfchiedenheit des 
inythus gründen. 
oder kommt auch das agf. figel in figelhveorfe (heliotro- 
pium) und, figelbeorht (fonnenglänzend) in betracht? 
**) frauen werden dor fonne verglichen, z. h. VÖlf. laga cap, 
39« p. 224> heißt es, von Syauhildr, leuchtete wie die fonne 
unter den fternen des himmels.
        

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