Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
342 JiX geiius. natürliches. rnotion. 
doch mehr zufaminengefetzt (gramm. 2? 516)? als bloß 
abgeleitet. 
3. Motion durch zufammenfetzung• 
Sobald in der fpäteren fprache das vermögen ge- 
fchwächt ift, wiewohl es nie ganz erlifcht, die Bezeich 
nung des natürlichen gefchlechts einfach oder durch 
bloße ableitungsfilben zu bewirken; muß lie fich für 
den fall, wo der ausdruck diefes verhältnilfes unerläßlich 
wird, umfclireibender adjective oder zufaminenfetzungen 
bedienen. Unfere naturforfcher reden fogar lieber von 
dem männlichen und weiblichen elephant, von dein 
männchen oder Weibchen des adlers, als von dem ele 
phant und der elephantin, dem adler und der adlerin. 
Nicht feiten verwenden wir auch die namen bekannter, 
im gefchlecht beltimmter thiere, um dadurch das genus 
anderer hervorzuheben, vgl. rehbock, rehkuh, rehgeiß ) 
rehkcilb ; hirfchkuh, hirjchkalb; zicklamm; auerhan, 
auerhun; birkhan 9 birkhun; pfauhan, pfauhenne; 
in Baiern aichhas f. eichhorn. Schm. 2,244$ agf. 0/- 
fendmyre (camelltute) f. camelin. In der Schweitz 
heißt jedes Weibchen vierfüßiger thiere die bringe 
(Stald. 1,226), weil es-junge bringt, wirft. Hierher 
können auch compolita mit mann und frau gerechnet 
werden, z. b. betteimann, bettelfrau für bettler, bett- 
lerin; fchwed. tjufkona (diebin) räfkoria (füchlin) hör- 
kona (adultera). 
Zuweilen aber wird das befliinmende wort nicht an 
gehängt, fondern praeligiert. So lägt man mutterpferd, 
mutterfchaf, mutterf'chwein für das tliier der art, 
welches junge gebracht hat; hengßpferd für das männ 
liche, mährpferd für das weibliche (rechtsalt. 571- 672)j 
agf. carlcat (catus inas) carljugol (avis mafcula) cven- 
fugol (avis fein.); engl, womanchild (puella) woman- 
dwarf (nana); altn. meybarn (puella) dän. pigebarn; 
fveinbarn (puer) dän. drengebarn; engl, boarcat (catus) 
boarpig (aper) *) cockpigeon (columba inafc.) heripigeon 
(col. fein.) dogfox (vulpes in.) bitchjox (vulpes f.), 
wie es mir fcheint, großenteils unbeholfne und unpoe- 
tifche benennungen. Noch kälter und abftracter geht 
die engl, und dän. fprache zu werk, wenn fie das männ 
liche und weibliche pronoinen dritter perfon (vgl. oben 
f. 311.) zur gefchlechtsbeftiinmung vorausfchicki: hegoat 
(caper) heneighbour (vicinus) Jhegoat (capra) Jheneigli-
        

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