Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
336 III• genus. natürliches, niotion. 
wie denn überhaupt untere fclmache decl. der lat. zwei- 
ten und eilten entfpricht. 
3. Abgeleitete motion• 
Ein genus wird aus dein andern durch ableitungsvo- 
cale und confonanlen inoyiert; in der regel zwar wie 
derum fein, aus male., doch können auf diefein wege 
zuweilen male, aus fein, erwachfen. 
a. ableitendes I. Des bei der einfachen motion den 
femininis häufig (aber nicht immer) zutretenden vocals 
wurde vorhin gedacht; beil'piele waren huorja, lianja m 
huorra, lienna, ferner ylfa, hrefna; zuweilen findet ficli 
die ableitung fchon im male, und gehört dann nicht zur 
motion, wie in nifjis, nif>jö; wini, winja. Einigemal 
fcheint aber auch das ableitende I für lieh die motion 
zu begründen und in diefein fall folgt das fein, nicht 
der fchwachen decl., fondern der Harken. Hierher zähle 
ich das aus dem goth. mafc. f>ius, Jivis (fervus) ent- 
Ipringende Jnvi, fiujös (ancilla); vielleicht auch mavi, 
mäujös (puella) aus magus (puer), infofern mavi aus 
magvi zu erklären ift, vgl. altn. mögr und mey (fern.), 
doch neben |>yr (fervus) ilelit ein neutr. J>y (inancipiuin), 
vgl. die anm. vorhin f. 332* Wahrfcheinlich find einige 
alte eigennamen ebenfalls unter diefe claJTe zu bringen, 
männliche auf -gildus haben weibliche auf -gildis zur 
leite (grainni. 2,495).* Athanagildus, Herminigildus und 
Aultregildis. Doch miifte die echtdeufche form vorliegen, 
nicht eine durch das medium des lat. textes getrübte. 
b. ableitendes IN. Eine im ahd. übliche, auch im 
agf. erfclieinende, im goth. aber und altn. mangelnde 
form, von welcher fchon 2,171. 172 gehandelt wurde. 
Das kurze i durch Notkers (gramm. 1,631) und das agf, 
en beitätigt. 
a. ßtarke mafc. werden zu ftarken fern. *) 
Ahd. frinnt (amicus), friuntin (amica) W.; drut 
(dilectus) drutin (dilecla) 0. Y. 25,30; chuninc (rex), 
chuningin (regina) T. 57,5; efil (afinus), efilin (afina) 
T. 116. gl. Jun. 275; got (deus) guten (dea); wirt 
*) zu fiarken Tage ich , weil es mit der ahd. dritten fchvva- 
chen weibl. decl. überhaupt noch feltfam fteht und mindeftens 
die hier belprocheneu beneuuungen, fchon nach analogie der 
agf., lieber ftark decliuiereu.
        

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