Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
III. genus. natilrl. verfch. zuurz. motion. 331 
und flavifche grundzug iß in der lat. und griech. 
[prache nicht enthalten oder weit mehr yerwifclit; nur 
etwa infans, mancipium, r-iuvov, ‘tcxos, fitoitpog, drd'Qu- 
noSov ließen lieh anführen, die übrigen pullus, vitu- 
lus, agnus , hoedus, hinnus, hinnulus, porcus, porcel- 
lus, catulus, juaig , nwXog , piooyog , uqvog> iQtipog > vc- 
ßgog, yoiQog lind alle entweder männlich oder com- 
innnia. Daß die gr. Verkleinerungen ncuSlov > /uooyj- 
(W, ccovlor, i-Qttplov •> yoiQiStov, nvvidiov, wie unter 
kindlein, kalblein u. f. w. neutral werden, ilt etwas 
anderes und wird im VIII. cap. weiter abgehandelt. 
Gleichwohl darf auch fchon hier die neigung der di- 
minut-iva zum neutrum als eine beftätigung unteres 
fatzes, daß diefes gefchlecht vorzugsweife zu dem be- 
grif des kleinen und jungen diene, angeführt werden. 
£. die fchon vorhin f.312 gedachte formelle aus- 
Zeichnung des ahd. acc. lg. lebendiger malculina (gramm. 
1, 613. 767. 770. 805) geht, meines wißens, nur auf 
menfehen, nicht auf tliiere. Sie befteht darin, daß 
die Harke form dielen cafus ganz adjectivifch flectiert 
(denn bei der fchwachen form ift er auf andre weife 
immer von dem 110m. unterfchieden). Man tagte cotan 
(deum) trühtinan (dominum) Hartnvuotan, vgl. gramm. 
1,767. Wieder ein zug, den diele mundart mit der 
flav. fpraclie gemein hat, in welcher alle belebten 
(menfchlichen, und thierifchen) mafc, den acc. fg. vom 
110m. unterfcheiden, während beide cafus bei unbeleb 
ten mafc. völlig zufammenfallen *). Vielleicht würden, 
uns voliliändigere quellen auch einen ahd. acc. hundan 
(caiiem) liiruzan (cervnm) aufweifen **). Hat aber das 
natürliche gefchlecht folchen einiluß auf die Ilexion, 
fo ift an feiner tiefen bedeutung für die grammatik über 
haupt deltoweniger zu zweifeln. 
II. Natürliches gefchlecht durch motion. 
Den begrif der motion habe ich bereits oben erör 
tert: aus einem in beftimmteiu gefchlecht beliebenden 
wort geht das andere gefchlecht durch irgend eine Ver 
änderung und erweilerung hervor. Diele Veränderung 
3M. ■ 
vgl. meine vorr. zu Vuks ferb. gramm. p. XXXIX. XL. 
nicht unähnlich ift, daß die litth. mafc. auf u, wenn 
das wort eiti belebtes wefen bedeutet > den \oc. vom nom. unter- 
fcheiden, foult aber beide cafus gleich machen (Mielcke p. 40)*
        

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