Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
308 III> interjectionert, naturlaute. für thieve. 
ßrapjßroll! (beim melken) kinderm. 1, 222. zik y zctl! 
hik, hak! klipp 9 klapp! piff, paß, puff! pardauz! 
u. a. in. Hierbei erzeigt Hell wieder das vocalablau- 
tende gefetz unterer fp rache, das wir fchon bei einfil- 
bigen praepolitionen (1.255) und conjunctionen (f. 271) 
wahrnahinen und das auch in andern ausrufungen, wie 
trotz, tratz, fnipfenfnapf, oder in Wortbildungen waltel, 
die nicht parlikelii find, z. b. mifchmafch, wifcliwafcb, 
Wirrwarr, und mhd. giinpel, gampel; gippen, gappen; 
hippen, happen MS. 2, 80 b . 
18. Verfcliieden davon find längere und oft zeilen 
füllende ausrufungen, die zuweilen in den gelang ein- 
gefchaltet werden. Sie follen nicht etwas beftimmtes 
ausdrücken, vielmehr den lyrifchen fcliwung iteigern, 
oder wohllautend abfchließen, öder auch was der län 
ger nicht mit Worten lagen mag, in undeutlichere töne 
faßen. In Walthers liede f. 39 ift das tandaradei! von 
IchÖner Wirkung; ein anderer dichter endigt die ftrophe 
mit harhalorifd! MS. 1, 8 a ; mit deilidurei! jaledi- 
rannurei! lidundei! faladariturei! MS. 1, 45 b ; mit 
yalerei! MS. % 218 b ; lodircundeie! Doc. mifc. 2? 201; 
treialtrei! MS. 2, 57 a ? traranurirum traranurinun- 
tundei! MS. 2, 81 a ; triostrientrijA! MS. 1, 45 b ; har- 
noraiou! ib. 2^ 57 b } und felbft in folchen Ipielenden 
lauten fcheint noch eine fefthaltende Überlieferung nicht 
zu verkennen, die poefies du roi de Navarre bieten 2, 42 
ein ganz ähnliches valara! Abeies künltl. unordn. 1, 
262 ein falatritum! und ein trallera fifallerallera! 
erieh all t heute wie vor Jahrhunderten. Zum theil 
liegt eine nahahmung des pfeifen - und trompeten- 
lautes darin; faft in allen herfcht der confonant R 
vor (vgl. oben f. 296 jatiä! und ferirun). 
19« Endlich hat die fprache interjectionen für thieve 
eingeführt. Ich ineine nicht fowohl verfuche, thieri- 
fchen fchrei und vogelftiminen der menfehliehen arti- 
culation näher zu bringen *), als die jeder mundart 
eigentümlichen überlieferten ausdrücke, womit thiere 
gelockt und gefcheucht werden. Auch dabei fcheint 
oft eine annäherung an den naturlaut des thieres feM 
*0 die lerche ruft tireli! der Ipcrling fchjirb! (Reutters 
kriegsordn* p. 34) die fchvvalbe tifchtafch! Schm. 1, 460* 
u. f. \v.
        

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