Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
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III. interjectionen. dolenlis. 
a. gotli. vdi, ahd. we, agf. vd, mhd. we % , nhd. we, 
engl, woe! dein lat. vae und gr. oval identifch, und 
gleich dielen, wenn pronomina zweiter oder dritter 
perfon dabei liehen, in den begriff von drohung und 
verwünfchung übergehend: vdi Jus! Matth. H, 21- Luc. 
10,13* vdi izvis! Luc. 6, 24. 25. 26. vdi Jäiin! Marc. 13, 
17; ahd. we mir, dir, iu, dem!; agf. vd ine, Je, eov! 
tnhd.^einir we ! Ben. 225. we dir we! MS. 2,174 b we im 
we! aingb. ll b we! MS.2,77 a wd unde we! Dietr. 9334. 
fdUfa,kj we we! Bit. 11033/Wigal. 4552. Ein urfprüngliclies lübit. 
vdi, vdiv (maluin, calainitas) ahd. we 0. IV. 6, 93> und dem 
77^ gleichbedeutigen ahd. wewo (dolor) agf. vdva nah ver 
wandt. Die klagende (nicht die drohende) interjection 
wird durch andere partikeln verftärkt. Das goth. väi- 
fairhvjan (ejulare, uXaXd&iv) Marc. 5, 38 fetzt ein vdi 
fairhvdu! (weh weit!) voraus, etwa wie lieh noch 
mhd. owe werlt! Parc. 14184 findet, zwar in beftimin- 
ter anrede. Agf. vdld / (eheu) und wiederholend vd- 
lavd! engl, welawciy! C. T. 940. welawciy the while! 
4790 (wo Tyrwhitt unbefugt walawa fchreibt); das engl, 
verbum wail (ejulare) läßt ein dem goth. väifairhvjan 
analoges agf. välävägean, välavean muthmaßen, la ift 
1 — o!, folglich väla — weho!, välävä — wehowehf 
Der letztem Verdoppelung entfp rieht unverkennbar das 
ahd. weldgd! oder, weil die länge der vocale bereits 
verfchwunden JFcheint, welciga! die form fchwankt: 
welciga nu waltant got! Hild.; welago chind! (o fili!) 
K. l6 b welago! T. 92. wolaga! (euge!) Diut. 2, 286 a 
wolaga! 0. 1. 5, 133. 18, 73. wolago wäfane! (? wäfan, 
o mucro!) Diut. 1, 533 a ; wolge nu wolge dii zimigo hi- 
machare! (o hymenaee decens!) N. Cap. 4. wolge dierna! 
(o virgo!) N. Cap. 48. Die klagende bedeutung, im 
Hild. lied noch deutlich, verliert lieh in die allgemei 
nere des bloßen rufs; ganz wie das agf. väla nicht nur 
den linn von eheu, fondern auch den von o! hat. llt 
aber welaga — valava (und wie wollte man es fonfl: 
deuten?), l'o muß auch das ahd. wela, wola, fobald es 
o! heu! bedeutet, — agf. väla fein und beide ahd. par 
tikeln find in we und Id zu zerlegen. Aus der felten- 
heit des Id fcheint iheils die entftellung des zweiten we 
in ge,ga, go *), Iheils die vermuthliche verwechfluug 
*) oder wäre diefes ga, go zu nehmen wie das fußix iu 
fäikgga, %i, eggo (oben f. 247. 248) ?
        

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