Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
256 IIL praepofitionen. einfache. 
!lav. pod (fub) von po (ad) ,- obgleich die agf. praep. 
under, nicht der lautet; die goth. conjunction unte, 
ahd. 22/2,22* fcheint verwandt* 
3. ahd. umpi, umbi, mhd. umhe, nhd. agf. 
ymbe; altfrief. umbe ; altf. umbi; mnl. omme, om, nnl. 
0772^ altn. 22772 , dän. fcliwed. 0772; verwandt gr. apcpl. 
Es liegt nahe, aus diefer praep., durch aphaerelis, die 
praep. p2, bi herzuleiten *), zumal umpi der goth. 
inundart mangelt und lie d elfen bedeutungen eben mit 
bi ausdrückt, während umgedreht das der nordifchen 
abgehende bi zum theil durch um vertreten wird. Nur 
macht dabei fchwierigkeit, daß gerade im goth. immer 
die verkürzte form bi eintritt, während jüngere dialecte 
das volle umbi belitzen; noch mehr aber, daß ein ahd. 
umpi, agf. ymbe neben pi, be\ in individueller verfchie- 
denheit fortbefteht, ja daß nhd. ein apocopiertes um 
und ein aphaeretifches bei zufaminen gelten und aus 
derleiben quelle flammen follen. Ich ziehe es daher vor, 
bi nicht aus 2277262, fondern aus eibi, ctba zu deuten und 
dem gr. Ini zu vergleichen, wofür felbfl das decompo- 
Jfltum umpipi- (grainm. 2, 930), welches fonft einen 
wenig glaublichen pleonafmus darbieten würde , zu flrei- 
ten fcheint. 
4. praepolitionalftamrn FR, in den urverwandten 
fprachen PR; hierher zähle ich 
a. goth. faür; ahd. Juri, mhd. nhd. für; altn. fyri, 
fcliwed. för ; altfrief. fori; warum im goth. nicht faüri? 
b. goth. faüra; ahd. fcra, mhd. nhd. vor; altn. for, 
dän. for; agf. fore, engl, for; vgl. oben I. 204 das locale 
forana, fort. 
c. goth. fair, ahd.jß/’, far, mhd. nhd. ver ; überall 
untrennbare partikel. 
o d. goth. fra; ahd. frei; agf. free ; altn. frei, fcliwed. 
/rä, dän. frei; im nordifchen dialect trennbar, fonfi 
untrennbar. 
e. goth. fri, untrennbar und nur in frilahts (beifpiel, 
2TcaQaßoXi]', prillowi) aufgefunden **). 
*) Schmidt a. a. o. 40. 
**) wäre in dem dunkeln friuntun (oben f. 96) ein ahd. fri 
zu fuchen, vielleicht fri antun (per aemulationem) ?
        

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